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GESPRÄCHE

 

 

16. März, Donnerstag, 19 Uhr

FuckUpNight Dresden

Gespräche über Erfolgsdruck, Scheitern und Scham

In Kooperation mit der Agentur Gründernest, Dresden

 

Drei Expert_innen des Scheiterns – Unternehmensgründer, Projektemacher und Kultur

schaffende – sprechen in einer Sonderausgabe der FuckUpNight Dresden über unterneh-

merische Niederlagen und Misserfolge. Und das alles ganz schamlos: In entspannter

Atmosphäre geht es in regem Austausch mit dem Publikum und weiteren geladenen Gästen

um Kulturen des Scheiterns und das Lernen aus Fehlern. Und nicht zuletzt geht es um den

Ansporn, die Scham hinter sich zu lassen, aufzustehen und einfach weiterzumachen.



Die FuckUpNights sind eine weltweite Bewegung, die 2010 in Mexiko-Stadt startete. Sie

finden mittlerweile regelmäßig in über 100 Städten von New York über London, Istanbul bis

Peking statt. Die erste FuckUpNight Dresden fand im April 2016 in den Technischen

Sammlungen statt.



Weitere Informationen zur Veranstaltung unter: gruendernest.com/fuckupnights.de


 


 


27. März, Montag, 19 Uhr, Eintritt: 3 € / 1,50 € ermäßigt

VON SCHAM UND EHRE

UNGLEICHE GEFÜHLE, UNGLEICHE GESCHLECHTER

 

In Kooperation mit der Fach- und Koordinierungsstelle für die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen Dresden, Trägerkooperation Verbund Sozialpädagogischer Projekte (VSP) e. V. und Frauen für Frauen e. V.



Die Veranstaltung findet begleitend zur aktuellen Sonderausstellung Scham. 100 Gründe rot zu werden statt.



Die Abendveranstaltung beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle in Form von Scham- und Ehrgefühlen internalisierte soziale Normen bei der Aufrechterhaltung ungleicher Geschlechterverhältnisse spielen. Im Gespräch mit dem Psychologen Ahmad Mansour, der Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal, der Sozialpädagogin Sylvia Müller untersucht sie die Auswirkungen eines kulturell-religiös unterschiedlich geprägten Umgangs mit Geschlecht und Sexualität auf Familienverhältnisse, männliche und weibliche Rollenbilder und den Umgang mit (sexueller) Gewalt.


Mit Blick auf muslimische Migrantengruppen ebenso wie auf die deutsche „Mehrheitsgesellschaft“ fragt sie: Wie prägen im Laufe der kindlichen Erziehung erlernte Tabuisierungen, Vorstellungen von Scham und Ehre Mädchen und Jungen in Deutschland? Wachsen Kinder heute noch immer in patriarchalen Strukturen auf, oder sind diese in (Teilen) der deutschen Gesellschaft überwunden? Sind „wir“ aufmerksamer und kritischer, wenn es darum geht, ungleiche Geschlechterverhältnisse und sexuelle Gewalt bei „anderen“ festzustellen? Muss Geschlechterungleichheit sozial und kulturell differenziert adressiert werden, oder geht es letztlich um eine allumfassende kritische Auseinandersetzung mit Sexismus? Was ist konkret zu tun?



Ahmad Mansour, israelisch-arabischer Diplom-Psychologe, beschäftigt sich mit Projekten und Initiativen gegen Radikalisierung, Unterdrückung im Namen der Ehre und Antisemitismus in der muslimischen Community


Mithu Sanyal, Kulturwissenschaftlerin, Journalistin, Autorin (Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens, 2016)


Sylvia Müller, Mitarbeiterin im Frauenschutzhaus/ D.I.K. - Dresdner Interventions- und Koordinierungsstelle bei häuslicher Gewalt, sie wird ihre Erfahrungen aus Dresden schildern.



Moderiert wird die Veranstaltung von Stefanie Lohaus, Journalistin, Mitherausgeberin des Missy Magazine und Autorin bei ZEITONLINE

 

Weitere Veranstaltungen der Reihe werden von April bis Juni 2017 stattfinden.

 

 


 

 

26. April, Mittwoch, 19 Uhr, Eintritt 3 € / 1,50 €

 

Breaking Free — Staying Bound

Ein Abend über Herkunftsscham und die Schamlosigkeit des Kapitals

 

 

Mit:

 

Prof. Dr. Karin Harrasser, Kulturwissenschaftlerin, Kunstuniversität Linz

 

Prof. Dr. Helmut Lethen, Kulturwissenschaftler, Kunstuniversität Linz

 

Studierende der Kunstuniversität Linz

 

Das Streben nach ökonomischer Unabhängigkeit und die Emanzipation aus dem Herkunftsmilieu waren in den letzten 200 Jahren prägende Erfahrungen für viele Intellektuelle und Künstler. Meist erfolgte diese Loslösung über eine Bildungskarriere, die mit ästhetischen und/oder ethischen Vorstellungen des Elternhauses brach. Die erneute Konfrontation mit der eigenen Herkunft konnte einen schmerzlichen Riss im Selbstbild erzeugen, der zutiefst schambesetzt war – beispielsweise, wenn die Eltern plötzlich unerwartet an der Universität oder in der Firma auftauchten.

 

Heute ist ökonomische Selbstständigkeit nicht mehr selbstverständlich zu erreichen, und viele junge Menschen sind dazu gezwungen, entweder bei den Eltern zu leben oder

 

sich der „Schamlosigkeit des Kapitals“ zu ergeben, indem sie für einen Arbeitsplatz ihre sozialen Bindungen aufgeben.

 

Dieser Abend mit der Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser und dem Literatur- und Kulturwissenschaftler Helmuth Lethen sowie Studierenden der Kunstuniversität Linz geht in einem intergenerationellen Polylog den Kontinuitäten und Brüchen in historischen und aktuellen Sozialisierungsmodellen nach.