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VERANSTALTUNGSREIHE

IM BLICK DER ANDEREN
Über die soziale Macht der Scham

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der interdisziplinären Forschungsinitiative „Invektivität“ der Technischen Universität Dresden

In vier Vortrags- und Podiumsveranstaltungen diskutieren Wissenschaftler_innen mit Expert_innen aus Kultur, Politik und Gesellschaft die Macht des Schamgefühls in der Gegenwart. Die Reihe blickt auf die politische Kraft der Scham in der Geschichte des 20. Jahrhunderts, das Schamgefühl als Konfliktstoff in pluralistischen Gesellschaften und den (Wieder-)Aufstieg der öffentlichen Beschämung im Medienzeitalter.

6. Dezember 2016, Dienstag, 19 Uhr

[K]Ein Grund, sich zu schämen?!
Scham und Beschämung in Zeiten der Schamlosigkeit


Die Veranstaltung nimmt Scham als soziales Regulativ moderner Gesellschaften vor dem Hintergrund historischer Erfahrungen in den Blick: Untersucht wird die schützende und stabilisierende, aber auch ausgrenzende Funktion der Scham in Alltag und Zusammenleben.

Podiumsdiskussionen mit Impulsreferaten von
Prof. Dr. Dominik Schrage, TU Dresden: Scham im Zivilisationsprozess: Affektkontrolle und Gesellschaftsentwicklung
Prof. Dr. Marina Münkler, TU Dresden: Kulturelle Codierungen von Scham: Verhüllen, Verbergen, Schmatzen und Nießen
Prof. Dr. Gerd Schwerhoff, TU Dresden: Shame punishment“ – Beschämung als Strafe?
Prof. Dr. Marina Scharlaj, TU Dresden: „Public shaming“ als politische Kraft

Weitere Veranstaltungen der Reihe werden von April bis Juni 2017 stattfinden.



27. März, Montag, 19 Uhr, Eintritt: 3 € / 1,50 € ermäßigt

VON SCHAM UND EHRE

UNGLEICHE GEFÜHLE, UNGLEICHE GESCHLECHTER

In Kooperation mit der Fach- und Koordinierungsstelle für die Arbeit mit Mädchen und jungen Frauen Dresden, Trägerkooperation Verbund Sozialpädagogischer Projekte (VSP) e. V. und Frauen für Frauen e. V.

Die Veranstaltung findet begleitend zur aktuellen Sonderausstellung Scham. 100 Gründe rot zu werden statt.

In der Abendveranstaltung stellt der Psychologe Ahmad Mansour die Auswirkungen eines kulturell-religiös unterschiedlich geprägten Umgangs mit Geschlecht und Sexualität auf Familienverhältnisse, männliche und weibliche Rollenbilder und den Umgang mit (sexueller) Gewalt zur Diskussion.

Dabei soll mit Blick auf muslimische Migrantengruppen ebenso wie auf die deutsche „Mehrheitsgesellschaft“ gefragt werden: Wie werden Mädchen und Jungen in Deutschland im Laufe der Erziehung durch erlernte Tabuisierungen, Vorstellungen von Scham und Ehre geprägt? Wachsen Kinder heute noch immer in patriarchalen Strukturen auf, oder sind diese in (Teilen) der deutschen Gesellschaft überwunden? Sind „wir“ aufmerksamer und kritischer, wenn es darum geht, ungleiche Geschlechterverhältnisse und sexuelle Gewalt bei „anderen“ festzustellen? Muss Geschlechterungleichheit sozial und kulturell differenziert betrachtet werden, oder geht es letztlich um eine allumfassende kritische Auseinandersetzung mit Sexismus? Was ist konkret zu tun?

Ahmad Mansour, israelisch-arabischer Psychologe und Programme Director bei der European Foundation for Democracy in Brüssel, beschäftigt sich mit Projekten und Initiativen gegen Antisemitismus, Radikalisierung, Unterdrückung im Namen der Ehre in der muslimischen Community. Er ist Gruppenleiter beim HEROES-Projekt in Berlin und freier Autor (Generation Allah. Warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen, 2014). Weitere Veranstaltungen der Reihe werden von April bis Juni 2017 stattfinden.



LITERARISCHE VERANSTALTUNGEN

19. Januar, Donnerstag, 19 Uhr

Thomas Melle

Der Autor von „Die Welt im Rücken“ spricht über das Leben mit bipolarer Störung.
In Kooperation mit der Sächsischen Landesärztekammer in der Reihe „Diagnosen“

1. März, Mittwoch, 19 Uhr

Julia Franck und Marcel Beyer

Ein Gespräch über die Scham des Schwächeren und die Frage, wo Scham heute angesiedelt ist. Was kann angesichts des allzugänglichen Exhibitionismus im Internet und jenseits von altmodischen Etiketten als Intimität gelten.



GESPRÄCHE

24. Januar, Dienstag, 19 Uhr

Der Sputnik-Moment

Film und Gespräch
In Kooperation mit der Stiftung Männergesundheit

16. März, Donnerstag, 19 Uhr

FuckUpNight Dresden

Gespräche über Erfolgsdruck, Scheitern und Scham
In Kooperation mit der Agentur Gründernest, Dresden

27. März, Montag, 19 Uhr

Geschlecht, Tabus und Macht

Gespräch mit Ahmad Mansour