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26. April, Mittwoch, 19 Uhr, Eintritt 3 € / 1,50 €

 

Breaking Free — Staying Bound

Ein Abend über Herkunftsscham und die Schamlosigkeit des Kapitals

 

Mit:

Prof. Dr. Karin Harrasser, Kulturwissenschaftlerin, Kunstuniversität Linz

Prof. Dr. Helmut Lethen, Kulturwissenschaftler, Kunstuniversität Linz

Studierende der Kunstuniversität Linz

 

 

Das Streben nach ökonomischer Unabhängigkeit und die Emanzipation aus dem Herkunftsmilieu waren in den letzten 200 Jahren prägende Erfahrungen für viele Intellektuelle und Künstler. Meist erfolgte diese Loslösung über eine Bildungskarriere, die mit ästhetischen und/oder ethischen Vorstellungen des Elternhauses brach. Die erneute Konfrontation mit der eigenen Herkunft konnte einen schmerzlichen Riss im Selbstbild erzeugen, der zutiefst schambesetzt war – beispielsweise, wenn die Eltern plötzlich unerwartet an der Universität oder in der Firma auftauchten.

 

Heute ist ökonomische Selbstständigkeit nicht mehr selbstverständlich zu erreichen, und viele junge Menschen sind dazu gezwungen, entweder bei den Eltern zu leben oder

sich der „Schamlosigkeit des Kapitals“ zu ergeben, indem sie für einen Arbeitsplatz ihre sozialen Bindungen aufgeben.

 

Dieser Abend mit der Kulturwissenschaftlerin Karin Harrasser und dem Literatur- und Kulturwissenschaftler Helmuth Lethen sowie Studierenden der Kunstuniversität Linz geht in einem intergenerationellen Polylog den Kontinuitäten und Brüchen in historischen und aktuellen Sozialisierungsmodellen nach.