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Barrierefreiheit

 

Inklusive Bildung

Unter der Überschrift „Inklusive Bildung" hat das Museum gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern vielfältige Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung entwickelt, die eine gleichberechtigte Teilhabe im Museum ermöglichen sollen und weit über eine rein architektonische Barrierefreiheit hinausgehen. Besonders hervorzuheben ist, dass das Thema Behinderung im Kinder-Museum auch in allgemeinen museumspädagogischen Angeboten für alle Kinder und Jugendlichen aufgegriffen wird.

 

 

Die Programme im Einzelnen

 

Öffentliche Führung in Leichter Sprache

In Kooperation mit der Stadt AG Hilfe für Behinderte e. V.

12. Juni/ 10. Juli/ 14. August/ 11. September/ 13. November/ 11. Dezember

11 Uhr

ohne Anmeldung, kostenlos mit Museumsticket

 

Die Führung stellt ausgewählte Themenräume und Ausstellungsstücke in leicht verständlichen Worten vor. Dabei präsentieren auch junge Menschen mit Behinderung Objekte, die sie persönlich begeistern.

 

Die Führungen in Leichter Sprache finden an jedem 2. Sonntag im Monat statt. Sie werden von vier Männer und Frauen mit geistiger Behinderung gemeinsam mit zwei erfahrenen Museumsführern durchgeführt. Dieses inklusive Bildungsangebot richtet sich an alle und wird von Besuchern mit und ohne Behinderung sehr gut angenommen. Das Konzept entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt AG Hilfe für Behinderte e.V. Dresden. Vor jeder Veranstaltung gibt es gemeinsame Treffen, in denen geübt oder neue Objekte aus der Dauerausstellung ausgesucht und erkundet werden.

 

 

 

Führung

Anders Sehen - das Rätsel mit den 6 Punkten

Grundschule Klasse 1 - 4

Ziel dieser Führung durch das Kinder-Museum und die Dauerausstellung ist es, sich für einen Moment vom visuell geprägten Alltag zu lösen und eine andere Wahrnehmung von Welt zu erfahren. Das Führungsteam besteht aus einem blinden und einem sehenden Guide. Spielerisch erforschen die Schülerinnen und Schüler zunächst die Barrierefreiheit in der Dauerausstellung: Mit einer Augenbinde, die das Sehen verhindert, ertasten und erforschen sie mit Hilfe des Blindenpfades den Themenraum „Der Gläserne Mensch". Anschließend ermöglichen ihnen Experimente und Demonstrationen im Kinder-Museum ein 6-Punkte-Rätsel zu lösen. Dabei erfahren sie u. a. Wissenswertes über die Brailleschrift. Den Rahmen für diese Führung bilden theaterpädagogische Übungen zur Einstimmung auf die Reflexion über das Thema „Blind sein": Wie kann ich mit meinen Händen sehen? Dabei soll die Erkundung der Welt mit dem eigenen Körper als wesentliches Instrument zur Erprobung neuer Erfahrungen dienen.

 

 

 

Führung

Im Dunkeln sehen, die Stille hören

Grundschule Klasse 1-4, Förderschule

Jeder unserer fünf Sinne ist einzigartig und wertvoll. Was aber passiert bei Schädigung oder Verlust eines sowie mehrerer Sinne? Kann man mit den Augen hören und mit den Ohren sehen? Und welche Rolle spielen Zunge, Nase und Haut dabei? Im Dunkeln sehen heißt nicht sehen und doch die Welt entdecken können: das Tasten übernimmt die Funktion des Sehens. Die Stille hören bedeutet nicht hören und doch die Welt erleben zu können: das Sehen übernimmt die Funktion des Hörens. Die Schüler setzen sich mit den Arten der Kommunikation bei Blindheit und Gehörlosigkeit auseinander. Die inhaltlich –experimentelle Auseinandersetzung mit dem Nicht-Hören & Nicht-Sehen zielt auf mehr Toleranz, Respekt und Rücksichtnahme gegenüber Menschen mit Behinderungen.

 

 

 

Barrierefreie Familien-Sonntage

Von 2012 bis 2014 fanden zwei Mal jährlich die Publikumstage „All inclusive!" statt, die eine Plattform für die Begegnung von behinderten und nichtbehinderten Besuchern bot. Seit diesem Jahr bietet das Deutsche Hygiene-Museum barrierefreie Familien-Sonntage, mit einem breiten Angebot an Veranstaltungen an, die durch Gebärdensprachdolmetscher, Audiodeskription oder Leichter Sprache für alle Besucher zu einem Erlebnis werden.

 

Das Deutsche Hygiene-Museum hat diese Formate zur inklusiven Bildung in Kooperation mit zahlreichen Partnern aus der Behindertenarbeit konzipiert, um deren Kompetenz zu nutzen und eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen. Dazu gehören v.a. das Diakonische Werk Stadtmission Dresden e.V., der Eigenbetrieb Kindertagesstätten der Landeshauptstadt Dresden, die Inpuncto Werkstätten der Lebenshilfe Dresden und die Stadt AG Hilfe für Behinderte Dresden e.V. Das Projekt „Inklusive Bildung" des DHMD wurde 2014 für den BKM-Preis Kulturelle Bildung nominiert.

 

 

 

Barrierefreiheit

Im Museum

  • - Rollstuhlrampe auf Vorplatz zum Eingang des Museums
  • - Behindertenparkplätze in der Nähe des Eingangs
  • - Behindertentoiletten
  • - Fahrstühle mit taktilen Bedienelementen, der alle Ebenen des Museums zugänglich macht
  • - Absenkung der Tresen im Service-Bereich
  • - taktiler Raum- und Orientierungsplan des Museums im Eingangsbereich
  • - digitale und analoge Leitsysteme im ganzen Haus zur Orientierung
  • - frei verfügbare Rollstühle und Kinderwagen im Eingangsbereich
  • - verschiedene Sitzmöglichkeiten im Eingangsbereich

 

In der Dauerausstellung

  • - rollstuhlgerechte Ausstellungsarchitektur
  • - taktile Raum- und Orientierungspläne in allen Räumen
  • - taktiles Bodenleitsystem mit Hinweis auf Objekte für blinde Besucher
  • - ertastbare Schlüsselobjekte mit eindeutigen Piktogrammen und taktilen Leitelementen
  • - taktile Leit- und Bedienelemente (z.B. Audioguide-Nummern)
  • - Induktionsschleifen für schwerhörige Besucher
  • - interaktive Objekte für Menschen ohne Behinderung zur Simulation der Beeinträchtigung bestimmter Sinne und Fähigkeiten
  • - Präsentation der Objekte in allansichtigen Glasvitrinen mit niedriger Sockelhöhe
  • - Ausstellungsmedien, die sich an mehrere Sinne richten
  • - Untertitelung der audiovisuellen Medien
  • - kontrastreiche und auf Schlichtheit reduzierte Typografie aller Ausstellungstexte und Beschriftungstafeln
  • - kontrastreiche Ausleuchtung aller Objekte und Schrifttafeln
  • - fest integrierte und mobile Sitzmöglichkeiten in der Ausstellung
  • - Textführungen für gehörlose Besucher
  • - Audioführungen für blinde und sehbehinderte Besucher und in Leichter Sprache
  • - mobile Sitzmöglichkeiten bei Gruppenführungen
  • - optionale Hörverstärker bei Gruppenführungen
  • - Gebärdendolmetscher auf Anfrage bei Gruppenführungen
  • - seit 2010 ist eine blinde Brailleschrift-Lehrerin im Team der freien Mitarbeiter tätig (Beteiligung an der Neukonzeption des Bereiches „Sehen" im Kinder-Museum, Mitglied des Beraterteams für die Publikumstage zur Barrierefreiheit u.a.)

 

 

 

 
 

 

 

Fotos: Oliver Killig