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NOCH MAL LEBEN - EINE FOTOAUSSTELLUNG ÜBER DAS STERBEN

Walter Schels (Fotos), Beate Lakotta (Text)

2. Oktober bis 14. November 2004


Kaum etwas bewegt so sehr wie die Begegnung mit dem Tod. Doch kaum etwas geschieht heute so sehr im Verborgenen wie das Sterben. Herausgelöst aus Familie und Alltag sind der Tod und das Sterben zu tabuisierten Erfahrungen unserer Gesellschaft geworden. Die Journalistin Beate Lakotta und der Fotograf Walter Schels baten unheilbar Kranke, sie in ihren letzten Tagen und Wochen begleiten zu dürfen. Aus diesen Begegnungen entstanden einfühlsame Porträts von Menschen, die ihrem Tod sehr nahe sind. Das Deutsche Hygiene-Museum präsentiert sie in seiner neuen Fotoausstellung Noch mal leben vom 2. Oktober bis zum 7. November 2004. Die Ausstellung zeigt großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien, die kurze Zeit vor und unmittelbar nach dem Tod der Porträtierten entstanden. Sie berichtet von den Erfahrungen, Ängsten und Hoffnungen der Sterbenden und lässt sie noch einmal zu Wort kommen.

Die meisten der vierundzwanzig Porträtierten haben ihre letzte Zeit in einem Hospiz verbracht. Hospize sind Lebensorte für Sterbende. Sie bieten Schwerstkranken die Möglichkeit, ihr Lebensende so schmerzfrei und bewusst wie möglich zu verbringen. Wer hier einzieht weiß, dass er nicht in seine Wohnung zurückkehren wird. Er weiß, dass er Abschied nehmen muss und dass er nicht mehr viel Zeit hat, seine persönlichen Dinge zu regeln.

Nur eine kurze Spanne bleibt, um Bilanz zu ziehen, Frieden mit sich und anderen zu machen, sich mit dem Tod zu befassen und mit der Frage nach dem Danach. Und doch ist hier kaum ein Mensch ohne Hoffnung: auf einige Tage mehr, auf ein Sterben in Würde oder darauf, dass der Tod nicht das Ende von allem sein möge. Über ein Jahr hinweg arbeiteten Walter Schels und Beate Lakotta für diese Ausstellung in der dichten, auf das Wesentliche konzentrierten Atmosphäre der Hospize.

Auf rund 500 qm zeigt die Ausstellung siebenundvierzig Schwarz-Weiß-Prints im Format 100x100 cm, die in Lambda Technik produziert wurden. Texttafeln erzählen die Geschichten der Porträtierten und informieren über Hospizbewegung und Palliativmedizin. Weitere Ausstellungsstationen sind geplant. Walter Schels, geboren 1936, wurde bekannt durch seine fotografischen Charakterstudien. Beate Lakotta, geboren 1965, ist Redakteurin im Wissenschaftsressort des SPIEGEL. Für ihre 2003 im SPIEGEL veröffentlichte Reportage "Noch mal leben vor dem Tod" erhielten die beiden den Hansel-Mieth-Preis für engagierte Reportagen und den Deutschen Sozialpreis. Die Portraits von Walter Schels wurden beim Wettbewerb World Press Photo 2004 mit einem zweiten Preis ausgezeichnet und erhielten einen Lead Award 2004 sowie eine Goldmedaille des Art Directors Club.


Das Buch

NOCH MAL LEBEN VOR DEM TOD

WENN MENSCHEN STERBEN

224 Seiten mit 71 Duotone-Abbildungen
DVA München 2004, €39,90€
ISBN 3-421-05837-7
Weitere Informationen


DIE AUSSTELLUNG WURDE UNTERSTÜTZT VON