2: Beobachten und BerechnenVom Wunsch, in die Zukunft zu sehen
Die zweite Abteilung zeigt das Klima als Gegenstand der historischen und gegenwärtigen Forschung. Im Gegensatz zum Wetter ist das Klima ein Medien- und Datenphänomen, das heute nur noch dank gewaltiger Rechnerleistungen überblickt werden kann. Modernste Messinstrumente und Satelliten erfassen und analysieren ständig fast sämtliche Wetterphänomene: Wie verändert sich die Sonnenstrahlung? Wie bilden sich Wolken? Ist der gegenwärtige Klimawandel durch seine Geschwindigkeit und sein Ausmaß einzigartig in der Menschheitsgeschichte? Was kann die Geschichte des Klimas über seine Zukunft aussagen?
Am Anfang der Wissenschaftsgeschichte des Wetters steht vor fast vierhundert Jahren die Feststellung des florentinischen Hofmathematikers Evangelista Torricelli, dass Luft Druck ausübt, also ein Gewicht hat - dass wir also alle "am Grunde eines Meeres aus Luft" leben. Seitdem wird das Wetter erforscht, indem sein Geschehen aus physikalischen Größen und Gesetzen abgeleitet wird. Aus Erfahrung wird Berechnung - dies gilt heute, da in großem Stil klimatische Veränderungen in Modellrechnungen simuliert werden, mehr denn je.
Neben Datenberechnung und prognostischen Simulationen bleibt jedoch das Beobachten von Phänomenen und das Messen physikalischer und chemischer Größen die Basis unseres wissenschaftlichen Umgangs mit dem Wetter. Viele scheinbar einfache Fragen sind bis heute noch nicht umfassend beantwortet. Und so beginnt die Erzählung der zweiten Abteilung ausgehend von den unmittelbar erfahrbaren Wetterphänomenen. Sie zeigt exemplarisch, welche Fragen und Herangehensweisen es in der Geschichte der wissenschaftlichen, aber auch der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Wetterphänomenen gab. Sie zeigt die unterschiedlichen Ansätze, das Wetter zu messen, es zu beobachten und es durch jahrhundertelanges, mehrmals tägliches Notieren für die Nachwelt zu "konservieren".
Immer wieder erlaubt sich die Ausstellung aber auch unerwartete "Seitenblicke", so wenn sie beispielsweise die uns vertraute Form des Wetterberichts mit den wetterprognostizierenden Mäuseorakeln der Baule von der Elfenbeinküste konfrontiert wird.
|