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3: Abwehr und Anpassung

Macht das Klima den Menschen?

Das Verhältnis zu Wetter und Klima ist auch eine Frage der persönlichen Einstellung, die aber immer auch von kollektiven, kulturellen Erfahrungen geprägt ist. Das bedeutet: Wenn sich das Klima ändert, ändert sich auch unser Verhältnis zu ihm. Der dritte Ausstellungsraum erzählt persönliche Geschichten vom Leben mit dem Wetter und er erzählt von der Klimageschichte der Menschen. Er stellt historische und aktuelle Einstellungen zu Wetter und Klima vor und beschreibt, welche Energie wir individuell und kollektiv aus diesen Phänomenen beziehen. Die menschliche Kultur funktioniert dabei oft wie eine Art Klimaanlage, die aus der natürlichen Außenwelt einen geordneten Innenraum zu machen versucht. Doch der Mensch hat zugleich auch gelernt, sich den klimatischen Veränderungen anzupassen und mit den verfügbaren Rohstoffen zu haushalten.


Vor allem in der Bewältigung von Katastrophen und schwierigen Klimaten zeigt sich, welche gemeinschafts- und kulturprägende Kraft das Wetter haben kann. Das Spektrum gesellschaftlicher Reaktionen reicht von der gottergebenen Hinnahme bis hin zu dem Ziel, sich technisch von den natürlichen Bedingungen zu emanzipieren, und zum Ideal einer vollständig beherrschbaren Natur.


Unser heutiger Umgang mit Wetter und Klima erweist sich oft als eine Form der "Klimatisierung", der Herstellung angenehmer, vom Außen abgekoppelter Innenklimata. Das Unkontrollierbare wird durch Messungen und Technologien handhabbar gemacht und so scheinbar domestiziert. Gleichzeitig hat es in der Geschichte aber immer wieder auch andere Strategien gegeben: Arrangements mit unterschiedlichen Wetter- und Klimabedingungen, das Aufgeben unbewohnbar werdender Gebiete oder das Erschließen scheinbar unbewohnbarer Landschaften.


Dabei ist das Verhältnis zum Wetter alles andere als eindimensional. Neben dem Streben nach Kontrolle, nach der Überwindung der Zufälligkeit des Naturereignisses gibt es immer auch den Weg, der genau dort hinführt - der Mensch macht sich gezielt zum Objekt von Wetter und Klima, indem er sich ihm aussetzt. Er genießt die Sonne, den Regen auf der Haut und den Wechsel der Jahreszeiten; er sucht das angenehme Urlaubs-, aber auch das extreme Klima, er lässt sich herausfordern und stößt an die eigenen Grenzen.


 
 


Foto: David Brandt



Queen Elizabeth blickt bei den Hundertjahrsfeiern in Edmonton durch ihren nassen Regenschirm

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Verdunstungskühler, frühe 1950er Jahre, USA

Arizona Historical Society, Tempe, Arizona, USA

Foto: Kay Jansen