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Vortragsreihe

 

Menschen im Visier - Krieg und Medizin im 20. und 21. Jahrhundert

 

In Kooperation mit dem Militärhistorischen Museum Dresden und der Sächsischen Landesärztekammer

 

Gefördert durch den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e. V. - AsKI aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

 

 

 

Dienstag, 16. Juni, 19 Uhr

Traumata: Krieg ohne Ende

Die besonderen Umstände der Bundeswehreinsätze stellen außergewöhnliche Anforderungen an die Soldaten und ihre Familien. Die alltäglichen Gegebenheiten eines Einsatzes bergen zahlreiche Belastungen in sich. Treten zusätzlich kurzfristige oder länger dauernde Extremsituationen (potentiell traumatisierende Ereignisse) auf, kann die Fähigkeit zur Belastungsverarbeitung überfordert werden. Traumafolgestörungen treten nicht selten verzögert auf und entfalten ihre schädigende Wirkung oft erst, wenn der Einsatz längst vorbei ist.

Dr. Karl-Heinz Biesold, Oberstarzt für Neurologie und Psychiatrie sowie Psychotherapeut, Leiter der Abt. Neurologie und Psychiatrie des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg

Einführung: Dorothea van Loyen, Abteilung Wissenschaft, Deutsches Hygiene-Museum Dresden

 

Freitag, 19. Juni, 19.30 Uhr

Wem helfen im Notfall?
Triage als Entscheidungshilfe in Kriegs- und Katastrophensituationen

Triage - das Bestimmen von Behandlungsprioritäten bei einem Massenanfall von Verletzten – ist unter den Ärzten heftig umstritten. Das zunächst nur für Kriegszeiten gedachte Verfahren wurde 1792 von dem französischen Chirurg Freiherr Dominique Jean Larrey für die napoleonischen Kriege entwickelt. Mithilfe der Sichtung galt es diejenigen als Erste medizinisch zu versorgen, die am ehesten wieder in den Kampf ziehen konnten. Im Katastophenfall zielt das Verfahren auf den größtmöglichen Nutzen für viele und bedeutet damit die Abkehr vom wichtigsten Behandlungsprinzip der Individualmedizin: demjenigen zuerst zu helfen, der die ärztliche Hilfe am nötig­sten braucht. Im Vortrag stellt der Referent die Möglichkeiten und Probleme dar, die sich für die Helfer ergeben, wenn die Ressourcen so knapp sind, dass Hilfe nicht für alle möglich ist.

Öffentlicher Abendvortrag im Rahmen der Tagung "Welches Leben ist mehr wert? Wie knappe Güter im Medizinsystem gerecht zu verteilen sind"

Dr. Martin Gelpke, Facharzt für Anästhesiologie, Notarzt, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Grimma

Einführung: P. Clemens Maaß S.J., Katholische Akademie Dresden

 

Dienstag, 23. Juni, 19 Uhr

Ist Gewalt vermeidbar?

Prof. Dr. Martin van Creveld, Historische Fakultät, Hebräische Universität Jerusalem

Der bekannte israelische Militärhistoriker stellt sein neues Buch "Gesichter des Krieges - der Wandel bewaffneter Konflikte von 1900 bis heute" vor.

Einführung: P. Clemens Maaß S.J., Katholische Akademie Dresden

in Zusammenarbeit mit dem Siedler Verlag München

 

Montag, 24. August, 19 Uhr

Ort: Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Olbrichtplatz 2, 01099 Dresden

Meine Lehrjahre im Vietnamkrieg, Als Kinderchirurg auf dem Hospitalschiff "Helgoland"

Dr. Alfred Jahn, Ruanda, Kigali

Dieser Vortrag ist gleichzeitig Bestandteil der Vortragsreihe "Forum Museum" im Militärhistorischen Museum, Dresden.



Diskussionen

 

Treffpunkt Ausstellung.
Mit Ausstellungsmachern im Gespräch

20. Mai 2009, Mittwoch, 14 Uhr

Führung mit Colleen Schmitz, Kuratorin

Eintritt frei