Bildungsangebote
Für Mittelschulen und Gymnasien ab Klasse 8
In alters- und zielgruppengerechten Führungen wird gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern erörtert, wie eng die Medizin mit den sich immer weiter entwickelnden Methoden der Kriegsführung verbunden ist. Die differenzierte Auseinandersetzung mit dem problematischen Verhältnis zwischen Krieg und Medizin ergänzt den Lehrplan der Fächer Geschichte, Gemeinschaftskunde, Ethik, Kunst sowie Religion und richtet sich an Mittelschul- und Gymnasialschüler ab Klassenstufe 8 sowie an Auszubildende aus medizinischen oder anderen wissenschaftlichen Berufen. Viele Dokumente in englischer Sprache tragen zur Vertiefung der Fremdsprachenkenntnisse bei.
Übersichtsführung: Krieg und Medizin
"Erst das Lazarett zeigt, was der Krieg ist", E. Remarque, 1929
Zielgruppe:
Besucherinnen und Besucher ab Klasse 8. Inhalte und Vermittlung werden nach Alter und Interessenschwerpunkten differenziert.
Veranstaltungsform:
Übersichtsführung von 60-90 min Dauer.
Einführung:
In welchem spannungsvollen Wechselverhältnis sich Krieg und Medizin bis heute befinden, zeigt diese Ausstellung der Wellcome Collection, London, und des Deutschen Hygiene-Museums anhand von historischen und zeitgenössischen Exponaten und Dokumenten, von Foto- und Filmmaterial, aber auch von Arbeiten bekannter Künstler wie Max Beckmann, Georg Grosz oder Conrad Felixmüller. Sie spannt einen zeitlichen Bogen von den aktuellen Konflikten in Afghanistan oder im Irak bis zurück zur humanitären Katastrophe des Krimkrieges.
Angesichts der fortschreitenden Technisierung des Krieges gewann die Militärmedizin auch strategisch an Bedeutung. Während die neuartigen Waffensysteme den Soldaten die furchtbarsten Verletzungen zufügten, versuchte die Medizin parallel dazu mit wirkungsvolleren Behandlungsmethoden Schritt zu halten. Zugleich musste sie ihr Handlungsfeld immer stärker auf die Zivilbevölkerung ausweiten, die heute zunehmend direkt oder indirekt von den Kampfhandlungen betroffen ist. In welchen ethischen Zwängen steht eine Medizin, die Leben rettet und Leiden lindert und die zugleich zu einem maßgeblichen Bestandteil des militärischen Apparats geworden ist? Wie vereinbaren wir das Recht auf militärische Verteidigung mit der humanitären Pflicht, Kriegsopfer auf dem bestmöglichen medizinischen Niveau zu versorgen?
Diesem beklemmenden moralischen Dilemma nähert sich die Ausstellung aus kulturwissenschaftlicher und medizinhistorischer Perspektive und ermöglicht den Besuchern so eine informierte und emotionale Auseinandersetzung mit den Schicksalen und Motiven der handelnden Personen. Auch in Deutschland hat dieses Thema aufgrund der Auslandseinsätze der Bundeswehr eine bedrängende Aktualität gewonnen, der sich die Betroffenen, aber auch die Gesellschaft insgesamt stellen müssen.
Bildungsziele:
Einblicke in Formen und Konsequenzen von Kriegen gestern und heute gewinnen.
Fragen nach Humanität und Verantwortung in Vergangenheit und Gegenwart erörtern.
Das Museum als Lern- und Diskussionsort für politische, historische und ethische Fragen kennen lernen.
Ausgewählte Lehrplanbezüge:
Geschichte: Klasse 8, LB 4; Klasse 8, Wahlpflicht 1; Klasse 8, Wahlpflicht 2; Klasse 8, Wahlpflicht 3; Klasse 10, LB 2; Jahrgangsstufe 11/12 – Grundkurs, LB 4; Jahrgangsstufe 11/12 – Grundkurs, WP 2; Jahrgangsstufe 12 – Leistungskurs, LB 1; Jahrgangsstufe 12 – Leistungskurs, Wahlpflicht 1; Gemeinschaftskunde: Klassenstufe 10, LB 2; Englisch: Jahrgangsstufe 11/12 – Grundkurs, Wahlpflicht 2; Jahrgangsstufe 11/12 – Grundkurs, Wahlpflicht 3; Ethik: Klasse 9, LB 3; Klasse 10, LB 1; Klasse 10, Wahlpflicht 3; Jahrgangsstufen 11/12 Grundkurs, Wahlpflicht 3 ; Ev. Religion: Klasse 8, Wahlpflicht 1; Kath. Religion: Jahrgangsstufe 11 – Leistungskurs, LB 1. Kunst: Klasse 9, LB 3; Klasse 9, Wahlpflicht 3; Klasse 10, LB 1; Klasse 10, LB 3.
Stand: Februar 2009
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