Torso mit Schmerzpunkten

LEIDEN UND LEIDENSCHAFT

Über Lust und Schmerz
25. Apr, Mi., 19:00 Uhr

LEIDEN UND LEIDENSCHAFT
Über Lust und Schmerz

25. Apr, Mi., 19:00 Uhr
Reihe: SCHMERZ

Mit:

Dr. phil. Pascal Eitler, Gefühlshistoriker, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin, Abteilung "Geschichte der Gefühle"

Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Ulrike Kaiser, Psychologin am Universitäts SchmerzCentrum Dresden, Studienleiterin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Moderation:

Michael Ernst, Kulturjournalismus, Dresden

Auf den ersten Blick scheinen Schmerz und Lust einander auszuschließen: Unter heftigen Schmerzen denken die wenigsten Menschen an lustvollen Sex. Doch nicht erst der Millionenbestseller "Fifty Shades of Grey" stellte erneut die Frage, ob und unter welchen Bedingungen Menschen Schmerz auch genießen können und als lustvoll empfinden. Gibt es, wie die Soziologin Eva Illouz mutmaßt, in Zeiten weiblicher Emanzipation und der Gleichberechtigung der Geschlechter eine Lust an "kontrollierter Unterwerfung" und an Machtspielen, wie es das Rollenrepertoire des Sadomasochismus vorsieht? Ist die Lust am Schmerz also eine überwiegend weibliche? Wird der Tabubruch als lustvoll erlebt, Schmerz eben nicht im sozial erwünschten Sinne zu lindern und zu heilen, sondern auszuüben und dies auch als Betrachter zu genießen, statt mit Empathie und Mitleid auf das Leiden der Anderen zu reagieren? Ist Mainstream-Masochismus à la "Fifty Shades of Grey" die Kehrseite einer sensuell abgestumpften Gesellschaft, die mit ihrem "Recht auf Schmerzfreiheit" an der Abschaffung heftiger Emotionen arbeitet?


Veranstaltung der Reihe "Schmerz - eine Leidenschaft der Seele?" in Kooperation mit dem Universitäts SchmerzCentrum des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden und der Sächsischen Landesärztekammer


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