Plasikfigur eines Politikers am Rednerpult, die von hinten fotografiert ist. Frisur und Gestik der Figur erinnern an Donald Trump.

Das Gespenst des Populismus

Versuche einer Annäherung
, Uhr

Das Gespenst des Populismus
Versuche einer Annäherung

, Uhr

Öffentliche Abendveranstaltung anlässlich der Eröffnung des SFB 1285 „Invektivität. Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung“ der Technischen Universität Dresden

Es sprechen und performen:

Prof. Dr. Albrecht Koschorke, Literaturwissenschaftler, Universität Konstanz, Leibniz-Preisträger 2003, Autor u.a. von "Wahrheit und Erfindung. Grundzüge einer allgemeinen Erzähltheorie" (2012), "Hegel und wir" (2015) und  "Adolf Hitlers 'Mein Kampf'. Zur Poetik des Nationalsozialismus (2016)

Muhsin Omurca („Kanakmän“), Kabarettist und Cartoonist, er wurde bekannt durch seinen Cartoon-Strip „Kanakmän“ und sein Kabarett-Programm „Tagebuch eines Skinheads in Istanbul“

ACHTUNG:
Der Journalist und Filmkritiker Georg Seeßlen musste seine Teilnahme leider kurzfristig absagen.


Bilder, Mythen, Emotionen, Identifikationen, Spiele, Fantasien: Ist mit Donald Trump und Co. ein neuer Politikertypus auf dem Vormarsch? Im Zentrum des Vortrags des Literaturwissenschaftlers Albrecht Koschorke und der anschließenden Performance des Kabarettisten Muhsin Omurca steht die Frage, wie die populistischen Erzählungen der Protagonisten der neuen politischen Bewegungen in Europa, Eurasien und Nordamerika funktionieren.
 
Was bewegt Menschen dazu, fragt Albrecht Koschorke, Personen des öffentlichen Lebens, die sie der Elite zurechnen, auf Internetforen und per E-Mail mit Beschimpfungen, Vergewaltigungs-, Zerstückelungs- und Mordfantasien zu überziehen? Welches „wir“ kommt dabei zur Sprache, und aus welchen Erzählungen über die Fremden und die Elite speist sich dieser Hass? Warum dehnt sich weltweit der Einflussbereich solcher Erzählungen aus?

Im Anschluss tritt der Cartoonist und Kabarettist Muhsin Omurca auf. Omurca, in Bursa geboren, kam 1979 nach Deutschland. Er zeichnete viele Jahre lang für die Südwest-Presse und für die Süddeutsche Zeitung. Sein 2002 erschienener Comic „Kanakmän“ wurde zuvor als Cartoon-Strip in der „taz“ erstveröffentlicht.
Er war Mitbegründer des sehr erfolgreichen ersten deutsch-türkischen Kabaretts „KnobiBonbon“, dem er 12 Jahre lang angehörte. Heute tritt er durch die ganze Welt allein auf. Für seinen „Tagebuch eines Skinheads in Istanbul“ erhielt er den Deutschen Kabarett-Sonderpreis 1998 und den „Stern der Woche“ der Münchner Abendzeitung. „Tagebuch eines Skinheads in Istanbul“ ist das erste Cartoon-Kabarett in der deutschen Kabarettszene.