Bilder des Menschen in den modernen Wissenschaften
Der erste Raum bietet einen Überblick über die bewegte Geschichte des Deutschen Hygiene-Museums: von seiner Gründung 1912 durch den Odolfabrikanten Karl August Lingner über die Zeit als Aufklärungs- und Propagandainstitution bis zur Neupositionierung nach 1990 als „Museum vom Menschen“.
Im Anschluss öffnet sich das Generalthema der Ausstellung: Mensch – Körper – Gesundheit. Hier erfahren Sie, wie die Wissenschaften den menschlichen Körper über die Jahrhunderte vermessen, erforscht und sichtbar gemacht haben – von frühneuzeitlichen Körpermodellen über historische Röntgenapparate und anthropometrische Messinstrumente bis zu Präparaten und anatomischen Figuren aus dem 20. Jahrhundert. Interaktive Stationen laden dazu ein, moderne bildgebende Verfahren wie CT oder Ultraschall selbst zu entdecken – und den Blick auf den Körper im Wandel der Zeit nachzuvollziehen.
Die Idee eines perfekten Körpers wurde noch bis in die 1920er Jahre von antiken Vorbildern bestimmt. Eine der damals populären Jünglingsfiguren inspirierte auch die Körperhaltung des Gläsernen Menschen, der zu einer Symbolfigur des Deutschen Hygiene-Museums geworden ist. Pünktlich zur Eröffnung des Museums im Jahr 1930 wurde in den Werkstätten des DHMD auch der erste Gläserne Mensch fertigt gestellt. Damals wie heute stand er im Mittelpunkt der ständigen Ausstellung. Doch während die Figur von 1930 eine männliche war, zeigen wir heute zwei Gläsernen Frauen: Eine historische aus dem Jahr 1936 und neueres Modell, dessen Organe Sie per Knopfdruck zum Leuchten bringen können.