Future Food Essen für die Welt von morgen

30. Mai 2020 - 21. Feb 2021

Liebe Besucherinnen und Besucher,

die Sonderausstellung "Future Food" ist coronabedingt derzeit noch geschlossen und wird ab dem 30. 5. zu sehen sein.

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Einführung

Kuratorin und Projektleiterin: Viktoria Krason

Gestaltung: Groenlandbasel Architektur und Ausstellungen

Stellen Sie sich einen Restaurantbesuch im Jahr 2050 vor. Was wird auf Ihrem Teller liegen – das gute alte Schnitzel, ein Gemüse-Burger oder Fleisch, das im Labor gezüchtet wurde? Oder wird Ihr Teller leer bleiben, weil eine auf zehn Milliarden Menschen angewachsene Weltbevölkerung schlicht nicht mehr satt zu bekommen ist?

Die Ausstellung Future Food. Essen für die Welt von morgen konfrontiert Sie mit einer der größten Herausforderungen unserer Zeit. In drei Kapiteln folgen Sie dem Weg unserer Lebensmittel vom Stall oder Feld bis auf den Tisch. Es geht um Themen wie globale Verteilungsgerechtigkeit, um vegetarische Ernährung oder die Macht der großen Lebensmittelkonzerne. Und natürlich geht es um das Essen als Erlebnis voller Genuss, das Identität und Gemeinschaft stiftet.

Die Ausstellung zeigt, dass die Zukunft der Welternährung von politischen Weichenstellungen, aber auch von persönlichen Entscheidungen abhängen wird. Neben musealen Exponaten präsentiert Future Food interaktive Medien, Videoinstallationen, wissenschaftliche Prototypen sowie künstlerische Positionen. Nützliches Faktenwissen vermittelt die Ausstellung in anschaulichen Wandgrafiken.

Historische Dokumente und Objekte erzählen von Ideen, die ihrer Zeit weit voraus waren, und von solchen, die an den Gesetzen des Markts und den Gewohnheiten der Konsument*innen scheiterten. Bei Ihrem Rundgang durch ein Gewächshaus, ein Logistikzentrum, einen Supermarkt und an einer Festtafel können Sie sich die Frage stellen:
Werden WIR es künftig besser machen?

Beteiligte Künstler*innen und Designer*innen

Kosuke Araki, Christian Cordes, Markéta Dolejšová, Wojtek Doroszuk, Ute Freitag, Kasia Fudakowski, Zuzana Gombošová, Andreas Greiner, Jinhyun Jeon, NEFF & Reiko Kaneko, Marissa Keating, Ana Lira, Julian Lechner, Laura López, Izumi Miyazaki, Haley Morris-Cafiero, Neozoon, Ingrid Pollard, Stephanie De Rouge, Giulia Soldati, Carolin Schulze, Silvio Tinello, Taryn Simon, Michael Zee

Die Ausstellungskapitel

I. Produzieren – Zwischen Feld und Labor

  • VON DER NATUR LERNEN
  • VORHANDENES OPTIMIEREN
  • LAND IN DER STADT
  • ANDERES ESSEN

Was werden wir in Zukunft essen? Und wie werden wir es produzieren? Das sind drängende Fragen, denn die Ressourcen schwinden, die Artenvielfalt ist gefährdet und durch den Klimawandel drohen ernstzunehmende Konsequenzen. Wissenschaft und Praxis reagieren auf solche Herausforderungen. Viele der Ansichten und Vorschläge für eine Zukunft der Lebensmittelproduktion sind jedoch grundverschieden. Spitzentechnologie und spezialisiertes Wissen scheinen dabei einem ganzheitlichen Denken und Forderungen nach mehr Naturnähe gegenüberzustehen. Welche Chancen und Risiken hängen mit den Zukunftsvisionen von heute zusammen? Und welche Rolle spielen dabei Mensch und Natur?

 

 

Zum Reinhören und -schauen...

Standpunkte zu CRISPR/Cas

Christiane Grefe (Recherche), Blanka Stolz (Text), 2019

Im Juli 2018 entschied der Europäische Gerichtshof, dass Genom-Editierung als Gentechnik gekennzeichnet werden muss und der Anbau ebenso zu regulieren ist wie bei bisheriger Gentechnik. Doch die Debatte über Anwendung und Zulassung geht weiter. Die hier versammelten Standpunkte wurden aus Interviews, Artikeln und Pressemitteilungen zusammengestellt. Sie stehen stellvertretend für die Hauptargumente unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen für oder gegen CRISPR.

 

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Raspberry Days (Vorschaubild zum Video)
Wojtek Doroszk

2008, Video, 18:47 Min. Courtesy of the artist und Galerie Joseph Tang, Paris

Aus Bildern und Klängen entwirft Doroszuk den Traum eines Saisonarbeiters. Der Film steigert die Beerenernte im norwegischen Innvic zu einer liebevollen Beziehung zwischen Mensch und Natur, untermalt von einem Lied aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Così fan tutte“ (1790): „Weht leise, ihr Winde / Seid milde ihr Wogen / Und all ihr Elemente / Sei freundlich euer Wirken / Nach unserem Begehr“.


II. Handeln – Im Netzwerk des Weltmarkts

  • GLOBALER HANDEL MIT NAHRUNG am Beispiel von Zucker, Hähnchenfleisch und Soja
  • ALTERNATIVES UNTERNEHMERTUM
  • ALTERNATIVE WIRTSCHAFTSMODELLE

Der Weg von Lebensmitteln in den Supermarkt ist lang und etappenreich. Nur wenige Großkonzerne dominieren dabei Produktion, Verarbeitung und Einzelhandel. Weltweit können kleine Betriebe mit den Preisen der Global Player kaum konkurrieren. Zudem verstärken Börsenspekulationen mit Rohstoen die Schwankungen der Marktpreise. Im globalen Süden trägt der einseitig beherrschte Weltmarkt zur Zerstörung von Ökosystemen und Lebensgrundlagen bei. Die Beschäftigung mit diesen Zuständen und den vielfältigen Ursachen des Klimawandels führt dazu, dass zahlreiche Menschen unser gesamtes Wirtschaftssystem infrage stellen. Wie ist ein Handel mit Nahrung möglich, der weltweit auf Nachhaltigkeit und Fairness baut?

Ausstellungsabteilung "Handeln" gefördert durch

III. Wählen – Der Supermarkt der Zukunft

ERNÄHRUNGSKRITERIEN:

  • Geschmack
  • Preis
  • Nachhaltigkeit
  • Gesundheit

Essen ist heute ein hart umkämpftes Feld. Zahllose Entscheidungen sind zu treffen, die gegen die Meinungen und Handlungen anderer verteidigt werden müssen. Wonach wähle ich meine Lebensmittel aus? Was bedeutet das für mich und für andere? Warum liegen Wunsch und Wirklichkeit oft so weit auseinander, wenn es darum geht, was wir in den Einkaufswagen legen? Dort, wo die meisten Menschen genug zu essen haben, werden aus Ernährungsentscheidungen Ernährungsstile. Ihre Spanne reicht von Lifestyle und digitalen Esskulturen bis hin zu Bewegungen, die sich mit der Wahl ihrer Lebensmittel für Tierwohl und Klimaschutz einsetzen. Lässt sich mit dem Essen von heute die Welt von morgen gestalten?

 

 

Zum Reinschauen...

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M95 Schwarzenegger Englisch (Vorschaubild zum Video)
Weniger Fleisch, weniger Hitze // Less Meat, Less Heat

WildAid China, James Cameron (Regie, *1954), Arnold Schwarzenegger (Schauspieler, *1947)
2016, Video, 0:46 Min.
© WildAid

Schwarzenegger, Politiker und ActionfilmDarsteller, setzt sich mit diesem Video breitenwirksam für einen geringeren Fleischkonsum ein – und damit für Klimaschutz und Gesundheit. Als früherer Bodybuilder steht er dafür ein, dass Fleischverzehr sogar zur Ausübung von Kraftsport entbehrlich ist. Angeregt wurde die Kampagne von chinesischen Bestrebungen, den heimischen Fleischkonsum um 50% zu senken.

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M54 Love goes through the stomach (Vorschaubild zum Video)
Love goes through the Stomach

NEOZOON
2017, YouTube Collage, 14:34 Min.

Wie widerspruchsreich das Verhältnis von Menschen zu ihrem Essen und zu Nutztieren sein kann, zeigt das Künstlerinnenkollektiv Neozoon in seiner Collage. Sie besteht aus filmischen Fundstücken aus dem Internet. Beliebte Netz-Phänomene wie das Essen vor der Kamera (Mukbang) oder Videos, die durch Geräusche ein angenehmes Kribbeln bewirken (ASMR), dienten der Gruppe als Material.

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wc6 monitor final sound (Vorschaubild zum Video)
Word Count 06 - Bridget over troubled waters

Kasia Fudakowksi (*1985)
2020, Installation und HD-Farbvideo, 9:35 Min.

In der nahen Zukunft stellen Wissenschaftler*innen fest, dass der dramatisch steigende Meeresspiegel durch die Menge der von uns Menschen gesprochenen Worte verursacht wird. Zur Bekämpfung des Meeresanstiegs wird ein so genanntes "Eindämmungsgesetz" (Cage Law) verabschiedet, das die Wortmenge für jede*n einzelne*n Bürger*in auf maximal 433 Wörter pro Tag begrenzt.

In dieser Welt der begrenzten Ressourcen kommt es zwischen dem sich ändernden gesellschaftlichen Klima und dem sich wandelnden Umweltklima zu Kollisionen, in denen sowohl der Erfindungsreichtum als auch der unschöne Charakter der Maßnahmen, mit denen sich die Menschheit anzupassen sucht, deutlich zutage tritt...

Epilog: Das "Festmahl"

Jede Festtafel stiftet eine Beziehung zwischen Menschen. „Sich an einen Tisch zu setzen“ bedeutet auch, unterschiedliche Meinungen gegeneinander abzuwägen. Und das ist bei wenigen Themen so notwendig wie bei dem individuell und gesellschaftlich wichtigen Essen. Sollten Technik und Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion künftig Hand in Hand gehen? Wird tier- und umweltfreundlich erzeugte Nahrung einmal für alle erschwinglich sein? Das Gastmahl, zu dem wir Sie alle einladen, kann nicht verspeist werden. Doch veranschaulicht es die Zusammenhänge und die Widersprüchlichkeiten aktuell diskutierter Visionen eines Essens für die Welt von morgen. Welche Zukunft ist für Sie tatsächlich genießbar?

Bildungsangebote

HINWEIS

  • Bis auf Weiteres können keine Führungen und Projekte stattfinden.
  • Bereits erfolgte Buchungen können Sie kostenfrei über unseren Besucherservice stornieren: service@dhmd.de / Tel. 0351 – 4846400
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Wir empfehlen Ihnen, Führungen und Projekte möglichst langfristig zu planen. Gruppen ab 40 Personen, die kein Bildungsangebot buchen, bitten wir um vorherige Anmeldung beim Besucherservice (Telefon: 0351 4846-400 / E-Mail: service@dhmd.de). Bitte beachten Sie, dass es zu Wartezeiten kommen kann, da angemeldete Führungen Vorrang haben.

...für Erwachsene

Ein Tisch ist gedeckt mit einem großen Schinken und einer Flasche Wein (Gemälde)

Anne Vallayer-Coster, Stilleben mit Schinken, Flaschen und Radieschen / Öl auf Leinwand, 1767, Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie, Foto: Volker H. Schneider

  • Und was gibt’s morgen?

    Öffentliche Übersichtsführung
    samstags, 16 Uhr, mit Museumsticket kostenlos

  • Führung mit Kochkurs

    in Kooperation mit der Volkshochschule Dresden
    Anmeldung, Termine, Themen & Infos: www.vhs-dresden.de
    ab 16:30 Uhr im Museum, ab 18:15 Uhr in der VHS

Die Führung kann auch frei über unseren Besucherservice (Tel. 0351 / 4846 400) gebucht werden - bei Bedarf in verschiedenen Fremdsprachen, in Deutscher Gebärdensprache oder in Leichter Sprache.

...für Familien

Kinder mit Kopfhörern an einer Vitrine, alle schauen nach links.
  • Essen ist fertig!

    Familienführung mit Kindern ab 7 Jahren
    sonntags, 15 Uhr
    , mit Museumsticket kostenlos


  • Museumsnacht

    4. Juli 2020, 18 bis 1 Uhr


  • Familiensonntag

    15. November 2020, Sonntag, 10 bis 18 Uhr

...für Schulen

Schüler auf dem Weg in das Museum

Führungen & Projekte

Details

Veranstaltungen

Hinweis

Bis auf Weiteres können im Deutschen Hygiene-Museum keine Veranstaltungen stattfinden und davon ist vor allem das Begleitprogramm zu unserer neuen Sonderausstellung "Future Food" betroffen. Deshalb werden wir Ihnen in den kommenden Wochen auf unserer Website zusätzliche digitale Angebote machen. Konkret planen wir unter dem Titel "Dresdens Future Food" eine Videocast-Reihe für Sie: In vier 30-minütigen Videos, die in der Ausstellung entstehen sollen, werden lokale Akteure über zentrale Themen rund um die Zukunft der Ernährung diskutieren.

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Ausstellungsteam

Kuratorin und Projektleitung: Dr. Viktoria Krason

Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Anna-Lisa Dieter

Wissenschaftlich-kuratorische Assistenz: Bettina Beer, Linnéa Richter

Volontärin: Maria Matthes

Ausstellungsgestaltung: Groenlandbasel Architektur und Ausstellungen, Basel; Bernhard Schweizer; Matthias Schnegg, Salome Rätz; Anna Zaugg

Ausstellungsgrafik, Plakat & Flyer: Little Adén ­ Design & Strategy, Berlin

Bauleitung: Jürgen Zehnpfennig, Berlin


Wir danken unserem wissenschaftlichen Beratergremium, unseren Berater*innen im Bereich Inklusion, der Fokusgruppe Ausstellungskonzept, der Projektgruppe „Rezepte für die Welt von morgen“, den wissenschaftlichen Hilfskräften, Medien- und Objektproduzent*innen, Übersetzer*innen, Mitarbeiter*innen aus den DHMD-Werkstätten und allen weiteren beteiligten Kolleg*innen des Deutschen Hygiene-Museums.

Förderer

 

 

Förderer der Vermittlungsangebote