Im Hintergrund eines dunklen Raumes befindet sich eine rechteckige Projektionsfläche. Auf einem grauen Hintergrund ist in Großbuchstaben der Schriftzug: Amt für die ganze Wahrheit: eingeblendet. Davor steht ein kahlköpfiger Mann mit gelbem Hemd und braungrauem Anzug. Er spielt einen Chefbeamten namens Hans Wahr. Er knöpft sich das Jackett zu und hält unter dem linken Arm Unterlagen.

Fake. Die ganze Wahrheit

14. Mai 2022 - 5. März 2023

Willkommen im "Amt für die ganze Wahrheit"

Über die Ausstellung

Fake News, Fake-Profile, Fake-Produkte - in vielen Lebensbereichen haben wir es heute mit Fälschungen und Desinformationen aller Art zu tun. Im Sport wird gedopt, Wirtschaftbosse schummeln und es gibt nicht nur den einen prominenten Politiker, der sich auf „alternative Fakten“ beruft. Höchste Zeit also, dem schillernden Phänomen „Fake“ eine eigene Ausstellung zu widmen!

Die Szenografie und Dramaturgie der Ausstellung spielte mit der Metapher einer Behörde – dem sogenannten Amt für die ganze Wahrheit. Die Besucher:innen durchliefen einen interaktiven Parcours, auf dem das Wechselspiel von Lüge und Wahrheit aus immer neuen Perspektiven betrachtet wurde. Um in den verwirrenden Behördenfluren die Orientierung zu behalten, stempelten sich die Besucher:innen mit einem Ausweis in jede der neun Abteilungen des Amts ein. Gleich zu Beginn begrüßte sie der Schauspieler Martin Wuttke als Chefbeamter Hans Wahr in einem Video-Clip, in dem er sie einlud, ihr eigenes Verhältnis zu Wahrheit und Lüge zu finden. Der Schauspieler verwandelte sich vor jedem Raum in immer neue Beamtenrollen und stellt die Bedeutung der jeweiligen Ausstellungsabteilung vor.

In der Zentralen Lügenanlaufstelle war das Ausstellungspublikum aufgefordert zu beurteilen, welche Lüge wie schwer wiegt. Und ihre eigenen Lügen konnten die Besuchenden an einem Lügenbriefkasten loswerden - so wurden während der zehnmonatigen Ausstellungslaufzeit über 10.000 harmlose und gravierende Geständnisse gesammelt. 

Videoeinführung

mit dem Chefbeamten Hans Wahr alias Martin Wuttke

§ Die Abteilungen §

Die Ausstellungskapitel

Von einem gelben Gang aus ist links eine von innen schwarz gestrichene Tür offen. Dahinter befindet sich ein schwarzer Raum ohne direkte Beleuchtung. Der Raum hat eine Projektionsfläche, auf der ein Mann im Anzug zu sehen ist.
Foto: David Brandt

Einführung

Zu Beginn Ihres Rundgangs macht Sie Hans Wahr, unser Chefbeamter, gespielt vom Schauspieler Martin Wuttke, mit der Notwendigkeit eines Amts für die ganze Wahrheit vertraut. Wussten Sie zum Beispiel, dass jeder Mensch jeden Tag 200 Mal lügt? Kaum zu glauben! Vor allem, weil andere Studien ganz anderes behaupten…

Im lila angestrichenen Ausstellungsraum erstreckt sich über zwei Wände in menschengroßen Großbuchstaben der Schriftzug: Nicht lügen. Auf dem lila Teppich befinden sich bunte, nummerierte Vierecke mit Text, die einen Pfad bilden. Im Zentrum sitzt ein Mann auf einem roten Würfel. Um ihn herum stehen schwarze Podeste, auf denen unter Vitrinen Ausstellungsstücke platziert sind.
Foto: Isabel Noack

Fachabteilung für Lügenerziehung und angewandte Pinocchio-Forschung

Die Geschichte von Pinocchio verdeutlicht: Der Weg zur Wahrheit will gelernt sein. Doch aller Kinderbuch-Moral zum Trotz hält sich kaum jemand an das Gebot „Du sollst nicht lügen“ – ganz gleich ob in der Religion, in der Schule oder vor Gericht. Und wie ist das bei Ihnen? Würden Sie einen Seitensprung beichten oder verschweigen? Mit einem riesigen Würfel finden Sie es heraus!

Im Vordergrund steht eine Vitrine, in der sich eine weiße Kuscheltier-Robbe befindet. Dahinter steht eine Person, die sie lächelnd betrachtet. Im Hintergrund erstreckt sich ein weißes Regal, das teilweise mit Gittern abgedeckt ist. Einige der Gitter sind geöffnet. Im Regal sind weitere Tiermodelle verteilt und Bildschirme angebracht.
Foto: Isabel Noack

Abteilung für strategische Täuschung

Nur der Mensch kennt die Lüge. In der Natur ist dagegen alles echt – oder vielleicht doch nicht? In dieser Abteilung kommen einige Tiere zu Wort, die von ihrem Leben zwischen Wahrheit und Lüge berichten – und da geht es sehr viel menschlicher zu, als man denkt.

Der Ausstellungsraum ist schwach gedimmt beleuchtet. Der Boden ist schwarz. An den Wänden erstrecken sich vom Boden bis zur Decke schwarze Schubladen. Aus einigen geöffneten Schubladen ragen Kuscheltiere, Girlanden und weitere Objekte heraus. In der Mitte verläuft eine schwarze Treppe. Darunter stehen zwei Transportgestelle, gefüllt mit in Plastik eingewickelten Pappkartons. An den Seiten stehen Tische, auf denen Bildschirme platziert sind.
Foto: Moritz Hillebrand

Zentrale Lügenanlaufstelle

Welche Lüge ist verzeihlich, welche tödlich? Welche ist womöglich sogar notwendig und welche ist einfach nur lustig? In dieser Abteilung beurteilen Sie, wie schlimm oder unbedeutend die Lügengeschichten sind, die Ihnen hier kistenweise aufgetischt werden.

Durch einen gelben Türrahmen gelangt man in einen roten Raum mit Sitzbänken. Auf einer der Bänke sitzt ein Mann mit Kopfhörern. An der hinteren Wand sind Bildschirme angebracht, auf denen Videoporträts von Menschen laufen.
Foto: Oliver Killig

Kommission für Glaubwürdigkeit

In Deutschland wird Feuerwehrleuten das größte Vertrauen entgegenbracht, Politiker:innen das geringste. Doch was sagen die Betroffenen selbst dazu, wie gehen sie mit Lügen in ihrem Berufsfeld um? Folgen Sie einer Diskussion zwischen acht verschiedenen Berufsgruppen und fragen Sie sich, wem Sie vertrauen würden.

Ein langer Gang mit schwarzem Boden. Entlang beider Seiten verläuft auf mittlerer Höhe ein schwarzer Streifen. Darauf hängen mehrere Gemälde und Fotografien. Die Wandflächen oberhalb und unterhalb des Streifens sowie die Decke sind gelb gestrichen.
Foto: David Brandt

Prüfstelle für Fälschung und ihr Gegenteil

Ob Kunstwerk, Design-Klassiker, Reliquie oder profaner Markenartikel - Originale haben ihren ganz eigenen Reiz. Doch worin genau liegt der begründet und warum ist uns das so wichtig?

Im Vordergrund stehen zwei Personen mit dem Rücken zur Kamera. Sie stützen ihre Hände auf ein Gerät mit einem großen Bildschirm, der rot leuchtet. Hinter dem Gerät sitzt eine weitere Person auf einem Stuhl. Ihre Hände liegen auf den Armlehnen, die Schultern sind leicht angehoben. Die Person lächelt. Die Augen sind schmal. Im Hintergrund befindet sich eine weiße Wand, an der Schriftzüge in schwarzen Großbuchstaben angebracht sind. Rechts steht: Wahrheit. Darunter befindet sich eine grüne Glühbirne. Links steht: Lüge. Darunter befindet sich eine rote Glühbirne. Die rote Glühbirne leuchtet.
Foto: Isabel Noack

Labor der Lügenerkennung

Was verraten Körperreaktionen, typische Kopfhaltungen oder die Mimik darüber, ob jemand gerade lügt oder nicht? Hier zeigen wir Ihnen wissenschaftliche Versuche, eine Lüge messbar zu machen. Und selbstverständlich können Sie sich in unserem Labor auch selbst dem fragwürdigen Vergnügen eines Lügendetektor-Tests unterziehen.

Im Vordergrund steht ein oranger Tisch, auf den sich ein Display erstreckt. Auf diesem sind weiße Boxen mit Texten zu sehen. Links und rechts steht jeweils eine Person. Sie berühren mit dem Zeigefinger Kästchen auf dem Bildschirm.
Foto: Isabel Noack

Dienststelle für Wahrheitsfindung und -sicherung

Unternehmen Sie den Faktencheck: Allein oder als Team sehen Sie anhand von realen Nachrichten, wie sich Medienberichte wirkungsvoll auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen lassen – denn hier gilt es, echte von falschen zu unterscheiden.

Ein schwach beleuchteter Ausstellungsraum mit einem langen, dunkelblauen Pappaufsteller. Auf diesem ist in weißer Schrift ein Zeitstrahl mit Informationstexten beschriftet. Von der Decke verläuft eine gelb leuchtende LED. Sie zeichnet eine Kurve im Zeitstrahl nach. Links im Bild ist an der Wand eine Projektion der Erde zu sehen.
Foto: David Brandt

Medienstelle für alte und neue Fake News

Fake News sind keine Errungenschaft des Twitter-Zeitalters: Seit der Erfindung des Buchdrucks haben Massenmedien Unmengen von Falschmeldungen hervorgebracht. Sie führten u. a. dazu, dass Menschen an Geister glaubten und dass Menschen als Hexen verfolgt wurden. Ein Zeitstrahl hilft Ihnen, die Fake-Fülle unserer Gegenwart richtig einzuordnen.

Fake. Das Magazin

Diese Darstellung ist nicht barrierefrei.



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Galerie

Im Vordergrund links steht ein Schild mit oranger Schrift auf mintgrünem Hintergrund: Verratet uns eine Lüge. Dahinter befinden sich mehrere Personen unter orangen und mintfarbenen Pavillons.

Echt?! Das Fake-Projekt in Hoyerswerda

Im Rahmen des Outreachprojekts "DHMD unterwegs" fanden auch in Hoyerswerda verschiedene kreative Formate rund um die Ausstellung statt, die zusammen mit Partnerinstitutionen vor Ort entwickelt wurden: So ging das Museum im Sommer 2022 in Hoyerswerda mit einem mobilen Lügen-Pavillon auf Tour und im Februar/März 2023 fanden im Rahmen des „Festivals der ganzen Wahrheit“ an verschiedenen Orten der Stadt Gespräche, Workshops, Vorträge und Aktionen rund um Wahrheit und Lüge statt.

Auf einer trockenen Wiese befinden sich zwei Pavillons. Beide sind in Orange und Mintgrün gestaltet. Unter ihnen sind zahlreiche Tische, Stühle und Menschen verteilt.
Im Vordergrund steht ein Schild mit der Aufschrift: Prof. Mendacium E-Lie-Apparatus Z.22 A. Links im Hintergrund befindet sich ein weißer, verrosteter Metallstuhl mit schwarzer Polsterung an Rückenlehne, Sitzfläche und Armlehnen. Am weißen Metall ist ein orangefarbener Klebestreifen angebracht, auf dem „Bruchgefahr“ steht. Darunter befindet sich eine Fußablage. Darauf steht eine türkise Sprühflasche. Aus der Rückenlehne ragt eine Kopfstütze hervor. Auf der Sitzfläche liegt ein gelber Helm, auf dem mehrere Platten, Verkabelungen und federförmige Antennen befestigt sind. Hinter dem Stuhl steht ein Stehtisch. Darauf befinden sich technische Geräte auf einer Rettungsdecke, die mit dem Stuhl verkabelt sind.
Im Vordergrund befindet sich eine Umfrage auf einem transparenten Plastikaufsteller. Darauf steht in orangefarbener Schrift auf mintgrünem Hintergrund die Frage: Wie hältst du es mit der Wahrheit? Im Hintergrund ist ein Pavillon in Mintgrün und Orange zu sehen. Eine Person steht in weißer Arztkleidung. Eine weitere Person sitzt auf einem metallischen Stuhl mit schwarzer Rückenpolsterung.
Im Vordergrund rechts befindet sich eine Beschilderung. Auf weißem Hintergrund steht in schwarzer Schrift: Lüge. Darunter befindet sich eine leuchtende rote Glühbirne. Im Hintergrund ist ein Stehtisch mit technischen Geräten zu sehen. Von diesen führen Kabel zu einem links stehenden Stuhl, auf dem eine Person sitzt.

Das Ausstellungsteam

Ausstellungsleiterin und Projektleiterin: Doreen Hartmann

Kurator: Daniel Tyradellis

Kuratorisch-wissenschaftliche Projektassistenz: Wiebke Drescher

Ausstellungsdesign: Kossmanndejong Amsterdam

Adaption für die Präsentation im DHMD: Focus + Echo, Andreas Pinkow

Ausstellungsgrafik: Dina Fluck

Medienplanung und - umsetzung: intolight, Dresden; Shosho, Amsterdam; Tweaklab, Basel

Videobearbeitung: Theo Thiesmeier

Werkstudentin: Lydia Grönnert

Partner

Das Stapferhaus in Lenzburg arbeitet ähnlich wie das Deutsche Hygiene-Museum an der Schnittstelle von Kultur und Wissenschaft und gehört mit seinen innovativen Projekten zu den renommiertesten Ausstellungshäusern der Schweiz. 2020 wurde es mit dem European Museum of the Year Award  ausgezeichnet. Zu den viel beachteten Ausstellungen gehören HOME. Willkommen im digitalen Leben (2010–2011), ENTSCHEIDEN. Über das Leben im Supermarkt der Möglichkeiten (2012–2014), GELD. Jenseits von Gut und Böse (2014–2016) oder HEIMAT. Eine Grenzerfahrung (2017–2018). Aktuell zu sehen: GESCHLECHT. Jetzt entdecken (2020–2022)

Medienkooperation

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