Fake News, Fake-Profile, Fake-Produkte - in vielen Lebensbereichen haben wir es heute mit Fälschungen und Desinformationen aller Art zu tun. Im Sport wird gedopt, Wirtschaftbosse schummeln und es gibt nicht nur den einen prominenten Politiker, der sich auf „alternative Fakten“ beruft. Höchste Zeit also, dem schillernden Phänomen „Fake“ eine eigene Ausstellung zu widmen!
Die Szenografie und Dramaturgie der Ausstellung spielte mit der Metapher einer Behörde – dem sogenannten Amt für die ganze Wahrheit. Die Besucher:innen durchliefen einen interaktiven Parcours, auf dem das Wechselspiel von Lüge und Wahrheit aus immer neuen Perspektiven betrachtet wurde. Um in den verwirrenden Behördenfluren die Orientierung zu behalten, stempelten sich die Besucher:innen mit einem Ausweis in jede der neun Abteilungen des Amts ein. Gleich zu Beginn begrüßte sie der Schauspieler Martin Wuttke als Chefbeamter Hans Wahr in einem Video-Clip, in dem er sie einlud, ihr eigenes Verhältnis zu Wahrheit und Lüge zu finden. Der Schauspieler verwandelte sich vor jedem Raum in immer neue Beamtenrollen und stellt die Bedeutung der jeweiligen Ausstellungsabteilung vor.
In der Zentralen Lügenanlaufstelle war das Ausstellungspublikum aufgefordert zu beurteilen, welche Lüge wie schwer wiegt. Und ihre eigenen Lügen konnten die Besuchenden an einem Lügenbriefkasten loswerden - so wurden während der zehnmonatigen Ausstellungslaufzeit über 10.000 harmlose und gravierende Geständnisse gesammelt.