Wie denken junge Menschen aus Deutschland und Tschechien heute über Freiheit, Demokratie und ihre eigene Verantwortung in einer offenen Gesellschaft? Und welche Bedeutung haben die Freiheitsbewegungen des 20. Jahrhunderts für ihre Gegenwart – in einer Zeit zunehmender Polarisierung, internationaler Krisen und neuer Debatten über demokratische Grundrechte. Diesen Fragen haben sich im Schuljahr 2025/2026 Schüler:innen aus Prag und Dresden im Rahmen des tschechisch-deutschen Kooperationsprojekts „Was ist uns unsere Freiheit wert?“ gewidmet.
Das Projekt fand im Rahmen der Snderausstellung „Freiheit. Eine unvollendete Geschichte“ statt, die nur noch bis zum 31. Mai 2026 im Deutschen Hygiene-Museum zu sehen ist. Die Ausstellung wurde gemeinsam mit Partnerinstitutionen in Tschechien und Polen entwickelt. Das Schulprojekt greift diesen grenzübergreifenden Austausch im Bildungsbereich auf.
Das Projekt
Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Hygiene-Museum, dem Jan-Kepler-Gymnasium Prag, dem Gymnasium Bürgerwiese Dresden und der Brücke|Most-Stiftung entwickelten die Jugendlichen über das ganze Schuljahr hinweg eigene mediale Formate zu Fragen von Freiheit, Demokratie und Erinnerungskultur.
Ausgehend von historischen Freiheitsbewegungen des 20. Jahrhunderts in Polen, Tschechien und der DDR setzten sich die Teilnehmenden mit der Frage auseinander, wie diese Errungenschaften heute in europäischen Gesellschaften weitergedacht werden können.
Dabei entstanden multimediale Projekte – darunter Videos, eine interaktive Website, ein Podcast, ein Online-Magazin sowie ein digitales Kartenspiel. Die Themen reichen von Redefreiheit über Geschlechterfragen bis hin zu historischen und aktuellen Gefährdungen demokratischer Freiheiten. Eine Gruppe widmete sich zudem Orten der Freiheit in Prag, Dresden und der Ukraine.
Begleitet wurden die Jugendlichen bei der Realisierung ihrer Ideen im Rahmen des Dresden Art Workshops von den Meisterschüler:innen der Hochschule für Bildende Künste Dresden Charline Gdalia, Leon Michel und Hannah Doepke.
Hintergrund
Im Oktober 2025 startete das Projekt mit einem Auftakttreffen in Dresden, inklusive Ausstellungsbesuch, Stadtführung zur Friedlichen Revolution und einem Besuch der Gedenkstätte Bautzner Straße.
Im März 2026 folgte eine Begegnungsveranstaltung in Prag mit Workshops im DOX Prag, Stadtführungen zu Prager Frühling und Samtener Revolution sowie Besuchen bei der Deutschen Botschaft.
Im Rahmen einer öffentlichen Tandem-Führung am 18. April präsentierten zwei der am Projekt teilnehmenden Schülerinnen in der Ausstellung „Freiheit. Eine unvollendete Geschichte“ ihre eigenen Perspektiven auf das Ausstellungsthema.
Die im Projekt entstandenen Arbeiten werden nach Abschluss auf der Website des Deutschen Hygiene-Museums veröffentlicht. Die neu entstandene Schulpartnerschaft zwischen dem Jan-Kepler-Gymnasium Prag und dem Gymnasium Bürgerwiese Dresden wird über das Projekt hinaus fortgeführt.
Umgesetzt werden konnte das Projekt mit finanzieller Unterstützung durch europäische Mittel des Interreg-Programmes, durch Bundesmittel des BMBFSFJ und Tandem – dem Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch sowie dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.