Themen
Ich fühle was, was du nicht siehst
Die Ausstellung gibt eingangs einen Überblick über die aktuelle gesellschaftliche Situation in Deutschland: Wie verbreitet sind psychische Erkrankungen und welche sind die häufigsten? Wer trägt ein erhöhtes Risiko zu erkranken und wie wirken soziale Bedingungen auf die innere Verfassung? Während Zahlen, Daten und Fakten Orientierung bieten, eröffnen die künstlerischen Arbeiten einen anderen Zugang. Sie finden Ausdruck für das, was im Alltag oft unsichtbar bleibt – die ganz subjektive Erfahrung des eigenen inneren Zustandes.
Danke der Nachfrage
Wenn psychische Belastungen das Denken, Fühlen und Handeln stark beeinflussen und den Alltag einschränken, brauchen viele Menschen Unterstützung. Im Gesundheitssystem ist für den Zugang zu Therapie und Leistungen meist eine Diagnose notwendig. Für Betroffene bedeutet sie oft mehr: Erleichterung, Erklärung – oder manchmal auch Scham und Stigma.
Das zweite Kapitel zeigt: Diagnosen ordnen Erfahrungen, schaffen eine gemeinsame Sprache zwischen Patient:innen und Behandler:innen. Sie sind historisch gewachsen, verändern sich mit wissenschaftlichen Paradigmen und gesellschaftlichen Normen und spiegeln auch Kämpfe um Hilfe und Sichtbarkeit wider.
Mal so, mal so
Höhen und Tiefen sind Teil des Lebens - entscheidend ist nicht, ob Herausforderungen auftreten, sondern mit welchen Strategien wir ihnen begegnen. In einer Gesellschaft, die auf Leistung, Produktivität und Selbstoptimierung ausgerichtet ist, kann Bewältigung auch bedeuten, dem ständigen „Mehr“ ein bewusstes „Genug“ entgegenzustellen und sich dem Leistungsdruck zu entziehen. Der letzte Bereich der Ausstellung untersucht, wie verschieden Wege durch schwierige Phasen sein können – von Selbstfürsorge bis zur Entscheidung, Unterstützung zu suchen. Manche dieser Wege sind nicht nur individuell: Mentale Gesundheit entsteht auch durch unterstützende Strukturen - in Forschung, Politik und zivilgesellschaftlichem Engagement.