"Wer hätte das gedacht?": Die Quellen

Quellenangaben zum Quiz "Wer hätte das gedacht?" in „Wie geht’s? Die Ausstellung über mentale Gesundheit“

Die Nutzung sozialer Medien verstärkt Einsamkeit, insbesondere bei Jugendlichen.


  • a) stimmt
  • b) stimmt teilweise
  • c) stimmt nicht

Richtige Antwort: stimmt teilweise 

Junge Menschen berichten seit der Pandemie häufig von Einsamkeit. Ob soziale Medien diese verstärken, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Entscheidend scheint die Art der Nutzung zu sein: Aktives Chatten oder Posten kann Verbundenheit stärken. Passives Scrollen kann hingegen Einsamkeit und Unzufriedenheit fördern und als „Leere“ nachwirken. 

Quelle:
European Commission Joint Research Centre. (2024, December 13). How you scroll matters: Passive social media use linked to loneliness. https://joint-research-centre.ec.europa.eu/jrc-news-and-updates/how-you-scroll-matters-passive-social-media-use-linked-loneliness-2024-12-13_en
Twenge, J. M., Joiner, T. E., Rogers, M. L., & Martin, G. N. (2015). Increases in depressive symptoms, suicide-related outcomes, and suicide rates among U.S. adolescents after 2010 and links to increased new media screen time. Clinical Psychological Science, 6(1), 3–17. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25706656/
Odgers, C. L., Burnell, K., Amendola, S., et al. (2021). Deploying digital screens and mental health outcomes: A longitudinal investigation. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33705462/
Deutsches Ärzteblatt. (2010). Depression: Epidemiologie, Diagnostik, Therapie (PDF). https://www.aerzteblatt.de/archiv/pdf/e1b848fa-7445-48c9-bea1-1e9db93e8a3d

Wie viel Prozent der Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren sind psychisch erkrankt?


  • a)    14 %
  • b)    21 %
  • c)    34 %

Richtige Antwort: 14 % 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit etwa 14 % der 10- bis 19-Jährigen an einer psychischen Erkrankung leiden. Symptome wie Rückzug, Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen können auf eine psychische Störung hinweisen. Aber sie können auch Teil einer normalen Entwicklung sein, zum Beispiel während der Pubertät. Entscheidend für die Abgrenzung ist, wie lang die Beschwerden auftreten und wie intensiv sie sind.

Quelle:
World Health Organization. (2024). Adolescent mental health (Fact sheet). https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/adolescent-mental-health

Bei wem werden häufiger Depressionen diagnostiziert?


  • a) bei Frauen
  • b) bei Männern
  • c) bei Männern und Frauen gleich häufig

Richtige Antwort: bei Frauen

Depressionen werden bei Frauen häufiger diagnostiziert. Das heißt aber nicht, dass sie öfter erkranken. Denn Männer gehen seltener zum Arzt und erscheinen somit weniger in der Statistik. Außerdem zeigen sie oft Symptome, die nicht richtig gedeutet werden, zum Beispiel Aggressivität oder erhöhten Alkoholkonsum. Für Trans*Personen ist das Risiko, psychisch zu erkranken, etwa dreimal so hoch, unter anderem weil sie diskriminiert und weniger akzeptiert werden.

Quelle:
HELIOS Gesundheit. Depression – Symptome bei Mann und Frau. https://www.helios-gesundheit.de/magazin/news/02/depression-symptome-mann-frau/
The Lancet Regional Health – Europe. (2024). Editorial: Mental health research in Europe. https://www.thelancet.com/journals/lanepe/article/PIIS2666-7762(24)00272-2/fulltext
Eccles H, Abramovich A, Patte KA, et al. (2024) Mental Disorders and Suicidality in Transgender and Gender-Diverse People. JAMA Netw Open, 7(10):e2436883. doi:10.1001/jamanetworkopen.2024.36883
Bundesamt für Statistik (BFS). Psychische Gesundheit – Gesundheitszustand. https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/gesundheitszustand/psychische.html

 

In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 10.000 Menschen durch Suizid – mehr als durch Verkehrsunfälle, Tötungsdelikte und illegale Drogen zusammen. Die Suizidrate war 2023 bei Menschen ab 80 Jahren am höchsten. In welcher Altersgruppe war sie am zweithöchsten?


  • a) 25–29 Jahre
  • b) 43–47 Jahre
  • c) 75–79 Jahre

Richtige Antwort: 75–79 Jahre 

Die Suizidrate ist bei Menschen ab 80 Jahren am höchsten, gefolgt von den 75- bis 79-Jährigen. In diesen Altersgruppen treten häufig Einsamkeit, körperliche Erkrankungen, depressive Symptome oder der Verlust von Selbstständigkeit auf. Das erhöht das Suizidrisiko. Außerdem: Insgesamt sterben Männer etwa 2,5-mal so häufig durch Suizid wie Frauen.
Wenn es dir nicht gut geht oder du daran denkst, dir das Leben zu nehmen, versuche, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freund:innen oder Verwandte sein, es gibt aber auch Hilfsangebote. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 erreichbar. Es gibt auch die Möglichkeit einer E-Mail-Beratung oder eines Hilfe-Chats. Weitere Informationen findest du bei der Telefonseelsorge.

Quelle:
Statistisches Bundesamt (Destatis). Suizide – Todesursachenstatistik. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html#119324
Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Suizidprävention. Daten und Fakten zur Suizidprävention. https://www.suizidpraevention.de/daten-und-fakten
Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Suizidprävention. Suizidstatistiken. https://www.suizidpraevention.de/daten-und-fakten/suizidstatistiken-1

 

Wie groß ist das Risiko, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen Gewalttaten begehen – ist es höher, gleich hoch oder niedriger als bei Menschen ohne psychische Erkrankung?


  • a) höher
  • b) niedriger
  • c) gleich hoch

Richtige Antwort: gleich hoch

Menschen mit psychischen Erkrankungen sind nicht automatisch gewaltbereiter. Sie sind sogar häufiger Opfer von körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt. Diese kann im privaten Umfeld, in der Öffentlichkeit oder in Einrichtungen wie etwa Kliniken stattfinden. Aber: Bei psychotischen Erkrankungen wie Schizophrenien verlieren die Betroffenen den Bezug zur Realität. Wenn sie unbehandelt bleiben, kann dies das Gewaltpotenzial erhöhen.

Quelle:
Maier, W., Hauth, I., Berger, M., & Saß, H. (2016). Interpersonal violence in the context of affective and psychotic disorders. Der Nervenarzt, 87(1), 53–68. https://link.springer.com/article/10.1007/s00115-015-0040-6 
DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde). Dossier zu psychischen Erkrankungen (PDF).

 

Welche der folgenden psychischen Erkrankungen ist bei Erwachsenen am häufigsten?


a)    Angststörungen (z.B. Panikstörungen oder Phobien)
b)    Depressionen
c)    Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum 
    

Richtige Antwort: Angststörungen 

Angststörungen sind die am häufigsten erkannten psychischen Erkrankungen. Sie machen circa 15 % aller Diagnosen aus. Danach folgen Depressionen mit rund 8 % und Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum mit etwa 6 %. Jährlich hat in Deutschland rund ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung eine psychische Erkrankung. Das sind circa 18 Millionen Menschen – ungefähr so viele, wie in Nordrhein-Westfalen leben.     

Quelle:
DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde). Dossier zu psychischen Erkrankungen (PDF). https://www.dgppn.de/_Resources/Persistent/f80fb3f112b4eda48f6c5f3c68d23632a03ba599/DGPPN_Dossier%20web.pdf

 

Welche Maßnahme hat sich als besonders wirksam erwiesen, um die psychische Gesundheit zu fördern?


  • a)    regelmäßige körperliche Aktivität
  • b)    ausgewogene Ernährung
  • c)    ausreichend Schlaf

Richtige Antwort: regelmäßige körperliche Aktivität 

Studien zeigen, dass regelmäßige Bewegung nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit wesentlich stärkt. Körperliche Aktivität kann das Risiko, eine Depression zu entwickeln, um etwa 20 % senken – und das bereits bei leichter Bewegung wie Spaziergängen. Aber auch ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung fördern die physische und psychische Gesundheit.

Quelle:
Robert Koch-Institut (RKI). Körperliche Aktivität/ Sport. https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Lebensweise-und-Gesundheit/Aktivitaet/aktivitaet-node.html