Ein neues Wohnzimmer für die Gläserne Frau

Ein neues Wohnzimmer für die Gläserne Frau

Das DHMD erhält Bundesmittel für die Neugestaltung seiner Dauerausstellung

Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden (DHMD) freut sich über gute Nachrichten: Es war in der Förderrunde 2026 des Bundesprogramms „Investitionen in national bedeutsame Kultureinrichtungen in Deutschland“ (INK) mit seinem Antrag erfolgreich und erhält knapp 470.000 Euro. Mit der Förderung setzt das Museum den weiteren wichtigen Schritt der sukzessiven Neugestaltung der Dauerausstellung um und nimmt eine Neukonzeption des ersten Raums in Angriff – seit dessen Neueröffnung im Jahr 2004 sind über zwei Jahrzehnte verstrichen.

Dieser Teil der Dauerausstellung setzt sich mit Körperbildern auseinander, beherbergt die berühmte Gläserne Frau und ist dadurch dauerhafter Publikumsmagnet des DHMD. Die historischen Exponate sollen mit aktuellen Themen und ausgewählten künstlerischen Positionen kombiniert werden, außerdem sollen durch noch mehr partizipative und interaktive Elemente die behandelten Themen zugänglicher und direkter erlebbar gemacht werden. Die Eröffnung des neugestalteten „Körperbilder“-Raums ist für November 2027 geplant. Davor soll die Schau so lange wie möglich für das Publikum zugänglich sein und die Umbauzeit auf einen mehrwöchigen Zeitraum begrenzt werden.

„Körperbilder sind immer auch Menschenbilder – und wie wir uns selbst und andere wahrnehmen, bestimmt auch, wie wir miteinander umgehen. Neben der Vermittlung von aktuellen wissenschaftlichen Informationen können unsere Besucher:innen einen klaren Bezug zu ihrem eigenen Alltag entdecken und wir möchten sie so anregen, über ihre eigenen Körper- und Menschenbilder nachzudenken“, so Iris Edenheiser, Direktorin des DHMD.

Die Neukonzeption des „Körperbilder“-Raumes legt außerdem einen Fokus auf den Bereich Inklusion – auf diesem Feld ist das DHMD seit Jahren Vorreiter in der deutschen Museumslandschaft. Neben einer barrierefreien Architektur, die durch einen Blindenleitpfad ergänzt werden soll, ist geplant, zentrale Exponate taktil, auditiv und visuell erfahrbar zu gestalten sowie die Ausstellung durch weitere Inklusionsangebote möglichst vielen Besucher:innengruppen zugänglich zu machen.

Mit dem INK-Programm fördert der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) bundesweit national bedeutsame Kultureinrichtungen. Gefördert werden kulturelle Investitionen in Gebäude und Ausstattung, wie etwa die Sanierung der Gebäudehülle, die Erneuerung der Gebäudetechnik oder die Modernisierung von Dauerausstellungen. Neben der Förderung im INK-Programm hat das Hygiene-Museum weitere 375.000 Euro von einer privaten Stiftung für das Projekt erhalten.

Lisa Klamka, Kaufmännische Direktorin des DHMD, fasst zusammen: „Dank dieser zwei großzügigen Förderungen haben wir die nötige finanzielle Sicherheit, um den Auftakt der Dauerausstellung neu zu gestalten und unser Museum fit für die Zukunft zu machen."

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