Dinge und Sexualität

Produktion und Konsumtion im 20. und 21. Jahrhundert

Das Projekt

Der Gebrauch von Gegenständen in der gegenwärtigen Sexualkultur spielt eine zunehmende Rolle: Sexspielzeuge, Kontrazeptiva und Potenzmittel sind ein konstitutives Element in der Formierung der zeitgenössischen Sexualität.

Sexualität ist demnach kein natürliches Bedürfnis, das im Körper und der Seele verborgen liegt. Sie ist vielmehr ein Modus der Herstellung von Körpern und Subjekten und eine Form der Selbst- und Fremdführung, die sich seit dem 19. Jahrhundert herausgebildet hat und individuell angeeignet und modifiziert wird. Vor diesem Hintergrund fragt das interdisziplinär angelegte Forschungsprojekt, welche Rolle den Dingen und ihrem Gebrauch in diesem Prozess zukommt.

Anhand der umfangreichen sexualhistorischen Sammlung des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden und des Museumsbestands des Schwulen Museums in Berlin werden die Wechselbeziehungen von situierten Praktiken des Objektgebrauchs und der gesellschaftlichen Wissensordnungen im Feld der Sexualität betrachtet. Damit schließt das interdisziplinäre Vorhaben eine Forschungslücke, denn Untersuchungen zur Geschichte der Sexualität haben sich bisher vor allem der Diskursivierung des Sexuellen und seiner Normierung gewidmet.

Am interdisziplinär ausgerichteten Verbundprojekt beteiligen sich das Institut für Soziologie der Technischen Universität Dresden, das Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin der Medizinischen Hochschule Hannover, das Schwule Museum Berlin und das Deutsche Hygiene-Museum Dresden. Das Forschungsprojekt umfasst drei Teilprojekte und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Förderlinie „Die Sprache der Objekte – Materielle Kultur im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen“ gefördert.
Das Deutsche Hygiene-Museum (DHMD) ist Verbundkoordinator und fokussiert im Teilprojekt „Beziehungsobjekte“ aus kulturanthropologischer Perspektive auf Beziehungen zwischen sexualitätsassoziierten Objekten, ihren Nutzern und deren sozialer Umwelt.

Galerie

Riemenpeitsche aus der sogenannten Red Room Collection, die im Februar 2015 im Rahmen des Starts der Romanverfilmung „Fifty Shades of Grey“ weltweit über Online-Händler von Erotikartikeln verkauft wurde / © Deutsches Hygiene-Museum
Antibabypille "Ovosiston", 1984. Vier Jahre nach der Einführung von "Anovlar" in der Bundesrepublik kam "Ovosiston" 1965 als erste "Pille" in der DDR auf den Markt. / © Deutsches Hygiene-Museum, Foto: David Brandt
Penisprothese "Alpha 1", 2001, entwickelt zur Therapie von Potenzproblemen / © Deutsches Hygiene-Museum, Foto: Thomas Bruns
Der erste Verhütungsmittelkoffer von Pro Familia wurde 1973 für die sexualpädagogische Arbeit an Schulen und Jugendeinrichtungen zusammengestellt. / © Deutsches Hygiene-Museum, Foto: David Brandt
Frauendusche "Gloria" mit einem Zusatzteil für Scheidenspülungen, um 1930 / © Deutsches Hygiene-Museum
Dieser Striptease-Kugelschreiber wurde 1958 von den für Jugendschutz zuständigen Behörden des Bundeslandes Baden-Württemberg indiziert. /© Deutsches Hygiene-Museum, Foto: David Brandt
Die Pinkelhilfe "Pisstazia", 2000, dient als Unterstützung beim Stehendpinkeln Transsexueller. / © Deutsches Hygiene-Museum, Foto: David Brandt
Riemenpeitsche aus der sogenannten Red Room Collection, die im Februar 2015 im Rahmen des Starts der Romanverfilmung „Fifty Shades of Grey“ weltweit über Online-Händler von Erotikartikeln verkauft wurde / © Deutsches Hygiene-Museum
Antibabypille "Ovosiston", 1984. Vier Jahre nach der Einführung von "Anovlar" in der Bundesrepublik kam "Ovosiston" 1965 als erste "Pille" in der DDR auf den Markt. / © Deutsches Hygiene-Museum, Foto: David Brandt
Penisprothese "Alpha 1", 2001, entwickelt zur Therapie von Potenzproblemen / © Deutsches Hygiene-Museum, Foto: Thomas Bruns
Der erste Verhütungsmittelkoffer von Pro Familia wurde 1973 für die sexualpädagogische Arbeit an Schulen und Jugendeinrichtungen zusammengestellt. / © Deutsches Hygiene-Museum, Foto: David Brandt
Frauendusche "Gloria" mit einem Zusatzteil für Scheidenspülungen, um 1930 / © Deutsches Hygiene-Museum
Dieser Striptease-Kugelschreiber wurde 1958 von den für Jugendschutz zuständigen Behörden des Bundeslandes Baden-Württemberg indiziert. /© Deutsches Hygiene-Museum, Foto: David Brandt
Die Pinkelhilfe "Pisstazia", 2000, dient als Unterstützung beim Stehendpinkeln Transsexueller. / © Deutsches Hygiene-Museum, Foto: David Brandt