Im Zentrum eine junge Frau mit Kopfhörern, die sich Notizen macht. Vor und hinter ihr sind weitere Beucher.

Pressemitteilung

BILDUNGSPLATTFORM MUSEUM?

Teilnehmer-Rekord bei Jahrestagung im Deutschen Hygiene-Museum

vom 5. bis 8. Mai 2019 war Dresden die Hauptstadt der deutschen Museumslandschaft: Rund 600 Fachleute – so viele wie nie zuvor –  diskutierten im Rahmen der Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes über die Perspektiven des Museums als Bildungsort. Auf dem Programm der Haupttagung im Deutschen Hygiene-Museum standen am Montag und Dienstag Impulsvorträge, Diskussionen und ein Ideen-Slam. Dabei ging es um Antworten auf gesellschaftliche Veränderungen: Nicht als verstaubter Musentempel, sondern auf der Höhe einer multimedial geprägten Zeit und offen für alle – so soll das Museum der Zukunft Wissen vermitteln.

Der renommierte Zukunftsforscher Harald Welzer stellte diesen Anspruch provokant mit der Behauptung infrage, dass wir doch eher in einer „Wissensvermeidungsgesellschaft“ leben würden. Dabei liege die Chance der Museen aber genau in ihrer Andersartigkeit: Als ein geschützter Raum, in dem Menschen sich Wissen aneignen können. Dass die Art des Lernens in Museen deshalb aber keineswegs nach starren Mustern verläuft, sondern längst kreative Ideen und Vermittlungsformate hervorgebracht hat, zeigten Praxisbeispiele aus deutschen und internationalen Ausstellungshäusern. Nach Ansicht von Matthias Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes, muss der Anspruch darin bestehen, mehr Möglichkeiten der Interaktion zu schaffen statt allein auf klassische Vermittlungsformen wie Ausstellungsführungen zu setzen. Auch wenn die absoluten Besucherzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen sind, gehen nur fünf Prozent der Bevölkerung überhaupt jemals in ein Museum. Darum sei es besonders wichtig, Besucher und Nichtbesucher besser kennen zu lernen. Das Thema Besucherforschung war daher ein wichtiger Bestandteil des viertägigen Programms, das am gestrigen Mittwoch zu Ende ging.

Foto: Oliver Killig