Auf grünem und blauem Hintergrund stehen die Namen der Lesenden sowie der Titel des Literatur-Festivals.

Alexander Kluge: Dresden

Ein Abend mit Corinna Harfouch und Marcel Beyer
4. Nov, So., 19:00 Uhr

Alexander Kluge: Dresden
Ein Abend mit Corinna Harfouch und Marcel Beyer

4. Nov, So., 19:00 Uhr
Reihe: Literatur Jetzt! 2018

Eröffnungsveranstaltung des Festivals "Literatur Jetzt! 2018": SIEG ÜBER DIE SONNE

Niemand beleuchtet die Verheißungen wie die Verheerungen unserer Zeit mit solch feinfühliger Geistesgegenwart wie der Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge. Den von Adorno stammenden Satz, den er sich dabei zu eigen gemacht hat, kann auch unsere Stadt derzeit gut gebrauchen: »Man darf sich weder von der Macht der anderen noch von der eigenen Ohnmacht dumm machen lassen.« An diesem Abend unter dem Titel „Dresden“, den Alexander Kluge in Text, Bild und Ton eigens für den Auftakt des Festivals komponiert hat, lesen die Schauspielerin Corinna Harfouch und der Schriftsteller Marcel Beyer gemeinsam aus seinem Werk.

Corinna Harfouch wurde 1954 in Suhl geboren. Sie studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. An der Volksbühne wurde sie eine der prägenden Protagonistinnen unter der Intendanz von Frank Castorf. 1997 wurde sie für ihre Interpretation des Generals Harras in „Des Teufels General“ von Carl Zuckmayer von den deutschen Kritikern zur Schauspielerin des Jahres gewählt. Neben ihrer Arbeit für das Theater spielte sie auch zahlreiche Rollen in Kino und Fernsehfilmen, so etwa in „Vera Brühne“ (2001) und „Der Untergang“ (2004), „Elementarteilchen“ (2006), „Das Parfum“ (2006) und „Finsterworld“ (2013). Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihre Arbeit, u.a. den Adolf-Grimme-Preis, den Deutschen Fernsehpreis und die Goldene Kamera.

Marcel Beyer, geb. 1965, lebte in Köln, bevor er 1996 nach Dresden umzog. Bekannt wurde er 1995 mit seinem Roman „Flughunde“, in dem er vom Zweiten Weltkrieg, von der Instrumentalisierung der Sprache durch die Propaganda und von Experimenten mit menschlichen Stimmen erzählt. Es folgten die Lyrikbände „Falsches Futter“ (1997) und „Erdkunde“ (2002) sowie die Romane „Spione“ (2000) und „Kaltenburg“ (2008). 2016 wurde Marcel Beyer der Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen.

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Das Literaturfestival Literatur Jetzt! 2018 findet im zehnten Jahr seines Bestehens erneut in Kooperation des Deutschen Hygiene-Museums und des livelyrix e.V. statt – diesmal parallel zur Sonderausstellung „Shine on me. Wir und die Sonne“. Wie die Ausstellung umkreist auch das Festival die Sonne als das lebensspendende, potenziell aber auch zerstörerische Zentrum unseres Kosmos. In den meisten Kulturen der Menschheit erscheint die Sonne bis heute als ein grandioses poetisches, religiöses und politisches Symbol, als Sinnbild einer Kraft, die über alles menschliche Maß hinausgeht. Im Dialog von Literatur, Solarforschung und Kulturwissenschaft vermisst das diesjährige Literaturfest diesen Raum zwischen Utopie und Untergang, zwischen dem Alltäglichen und dem Spektakulären, das sich immer aufs Neue unter der Sonne vollzieht.