Ein abtauchender Wal, von dem nur noch die Schwanzflosse zu sehen ist.

Christoph Ransmayr: Atlas eines ängstlichen Mannes Im Rahmen der Reihe "Naturkunde - Vom Entdecken und Erzählen der Natur"

9. Okt, Mi., 19:00 bis 20:30 Uhr

Christoph Ransmayr: Atlas eines ängstlichen Mannes
Im Rahmen der Reihe "Naturkunde - Vom Entdecken und Erzählen der Natur"

9. Okt, Mi., 19:00 bis 20:30 Uhr
Reihe: Naturkunde

Der österreichische Schriftsteller und Weltwanderer Christoph Ransmayr, der zu den renommiertesten Autoren deutschsprachiger Literatur zählt, liest aus seinem Buch Atlas eines ängstlichen Mannes (Fischer Verlag, 2012)  und spricht mit dem Literaturkritiker Andreas Platthaus, FAZ, über das Verhältnis vom Menschen zur Natur, über die Begegnung mit Naturextremen und über die Frage, was es bedeutet, die Natur zu erobern oder daran zu scheitern.

In Atlas eines ängstlichen Mannes führt Ransmayr in siebzig Episoden seine Leser*innen an die entlegensten Orte der Welt: zu den Zikaden in Japan, in die Lawawüste Islands, in ein Gästehaus in Jaipur oder auf die Paßhöhen des Himalaya, aber auch in die vermeintliche Nähe. Gerade hier zeigt sich, dass Fremdheit kein geographisches Phänomen ist. Natur wird in diesen Episoden zu mehr als einem bloßen Hintergrund: Sie wird als aktive Umwelt zum echten Gegenüber des Menschen.

Christoph Ransmayr, 1954 in Wels/Oberösterreich geboren, lebt nach Jahren in Irland und auf Reisen wieder in Wien. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, darunter Morbus Kitahara (1997),  Der fliegende Berg (2006), Die letzte Welt (2008) und zuletzt Cox oder Der Lauf der Zeit (2018)  sowie zehn Spielformen des Erzählens darunter Damen & Herren unter Wasser (2007), Geständnisse eines Touristen (2004), Der Wolfsjäger (2011) und Gerede (2014). Für seine Bücher, die in mehr als dreißig Sprachen übersetzt wurden, wurde er vielfach ausgezeichnet.  

_________________________________________________

ÜBER DIE REIHE:

An drei literarischen Abenden wollen wir erkunden, wie und was Menschen über die Natur erzählen. Was verrät der leidenschaftliche Forscherdrang über die Natur des Menschen selbst und über seine Kultur, mit der er Natur beobachtet, (be)schreibt und ordnet – oder zu bezwingen versucht? Was bekommt der Dichter in den Blick, was dem Botaniker verborgen bleibt und umgekehrt? Wie macht der Erzähler den Wald zum Schauplatz unheimlicher Erfahrungen, wo der Förster Vertrautheit durch die Beschreibung eines gut funktionierenden Organismus erzeugt? Welche Natur erfährt der Beobachter an jenen Grenzen, an denen Leben eigentlich aufhört: in eisigen Höhen oder in der Wüste?