Eine von Unkruat überwucherte Bahnschiene.

Grünes am Wegesrand. Pflanzen jenseits des Blumenstraußes mit Jan Wagner und Ludwig Fischer

13. Nov, Mi., 19:00 bis 20:30 Uhr

Grünes am Wegesrand. Pflanzen jenseits des Blumenstraußes
mit Jan Wagner und Ludwig Fischer

13. Nov, Mi., 19:00 bis 20:30 Uhr
Reihe: Naturkunde

Jan Wagner, Lyriker, Autor des Gedichtbands Die Live Butterfly Show (Hanser 2018)
Prof. Dr. Ludwig Fischer, Landschafts- und Naturtheoretiker, Autor von Brennnesseln (Matthes & Seitz 2017, Hg. Judith Schalansky)

Moderation: Dr. Solvejg Nitzke, Literaturwissenschaftlerin, Technische Universität Dresden

Die wenigsten Pflanzen sind so „schön“, dass sie es in einen Blumenstrauß schaffen. Insbesondere die Brennnessel hat trotz ihrer heilsamen Wirkung schon bei Kindern einen schlechten Ruf. Und doch setzt sie sich beinahe überall durch. Gerade angesichts der sich zunehmend verschärfenden ökologischen Krise sind es Brennnesseln, Löwenzahn und anderes „Unkraut“, die in ihrer Rolle als hartnäckige Bastion der grünen Natur neu in den Blick rücken müssen. Der Abend wird die Frage nach Schönheit und Eigensinn der Pflanzen jenseits von Beet und Acker stellen und diskutieren, ob es einen Weg gibt, die „grüne Welt“ abseits menschlicher Werturteile zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Jan Wagner: Ob Giersch, Weidenkätzchen oder Melde, Schmetterlinge, Marder oder Krähe, Jan Wagners poetischer Blick kreist immer wieder um die Natur und um den Garten. Der 1971 in Hamburg geborene Autor zählt spätestens, seitdem er 2015 für seinen Gedichtband Regentonnenvariationen den Preis der Leipziger Buchmesse gewann und 2017 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wurde, zu den wichtigsten Lyrikern deutschsprachiger Literatur. Neben zahlreichen Gedichtbänden veröffentlichte Wagner den Essayband Der verschlossene Raum (2017) und gab 2019 zusammen mit Federico Italiano die Anthologie Grand Tour. Reisen durch die junge Lyrik Europas heraus.
 

Ludwig Fischer, geboren 1939 in Leipzig, war Professor für Neuere deutsche Literatur und Medienkultur an der Universität Hamburg. Er ist Landschafts- und Naturtheoretiker, Schriftsteller, Gärtner und Kräuterexperte. Sein umweltpolitisches Engagement trifft auf fruchtbare Weise auf das Nachdenken über das Arbeiten mit und das Erzählen von Natur. Von ihm erschien außerdem der Band Natur im Sinn. Naturwahrnehmung und Literatur (Matthes & Seitz, 2019).

 

 

 

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ÜBER DIE REIHE:

An drei literarischen Abenden wollen wir erkunden, wie und was Menschen über die Natur erzählen. Was verrät der leidenschaftliche Forscherdrang über die Natur des Menschen selbst und über seine Kultur, mit der er Natur beobachtet, (be)schreibt und ordnet – oder zu bezwingen versucht? Was bekommt der Dichter in den Blick, was dem Botaniker verborgen bleibt und umgekehrt? Wie macht der Erzähler den Wald zum Schauplatz unheimlicher Erfahrungen, wo der Förster Vertrautheit durch die Beschreibung eines gut funktionierenden Organismus erzeugt? Welche Natur erfährt der Beobachter an jenen Grenzen, an denen Leben eigentlich aufhört: in eisigen Höhen oder in der Wüste?

In Kooperation mit Dr. Solvejg Nitzke, Literaturwissenschaftlerin, Technische Universität Dresden

und der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU).