Rote Fäche und blaues Zickzackmuster

Hegel: Die Theorie von allem und die Zuversicht des Denkens in der Reihe "Theorien zur Praxis"

17. Mär, Di., 19:00 bis 21:00 Uhr

Hegel: Die Theorie von allem und die Zuversicht des Denkens
in der Reihe "Theorien zur Praxis"

17. Mär, Di., 19:00 bis 21:00 Uhr

Philipp Felsch, Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin, spricht diesmal mit dem Herausgeber der FAZ, Luhmann-Schüler und Autor Jürgen Kaube anlässlich des 250. Geburtstages von Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 – 1831) über dessen Philosophie und Wirkungsgeschichte.

„Mit dem Werk Hegels ist der Anspruch verbunden, alles, d. h. alles begreifen zu können. Wir sind, heißt das, in erster Linie denkende Wesen. Alle Zuversicht, die wir haben, beruht darauf.“ Jürgen Kaube

Die Rede vom Weltgeist, die Dialektik von Herr und Knecht oder das Warten auf das Ende der Geschichte sind nur die bekanntesten Theorie-Elemente aus dem Werk dieses wohl wirkungsmächtigsten Philosophen der deutschen Geistesgeschichte. Seine Philosophie erhebt den Anspruch, die gesamte Wirklichkeit in all ihren Erscheinungsformen nicht nur zu deuten, sondern aus den Entwicklungsgesetzen der Vernunft zu deduzieren. Ihre beispiellose Karriere hat viel damit zu tun, dass sie ebenso als Legitimation wie als Unterminierung alles Bestehenden gelesen werden konnten.

Daher hat Hegel, der noch als Professor der Preußischen Monarchie den Jahrestag der Französischen Revolution mit einem Glas Rotwein zu begehen pflegte, die staatstragenden genau wie die revolutionären Theoretiker der Moderne zu faszinieren vermocht. Diese politische Vieldeutigkeit macht sein Denken bis heute anschlussfähig.

In unserer Reihe „Theorien zur Praxis“ stellen wir Theoretikerinnen und Theoretiker vor, die bis heute inspirieren, faszinieren und irritieren.