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Geteilte Heimaten (Tag 2/3) Deutschland und Europa als interkulturelle Erfahrungsräume

3. Nov, Di., 9:30 bis 21:00 Uhr

Geteilte Heimaten (Tag 2/3)
Deutschland und Europa als interkulturelle Erfahrungsräume

3. Nov, Di., 9:30 bis 21:00 Uhr

Eine Veranstaltung des Deutschen Hygiene-Museums in Kooperation mit der Landeshauptstadt Dresden, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen, dem Mercator Forum Migration und Demokratie (MIDEM) an der Technischen Universität Dresden, dem Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland, der Kulturpolitischen Gesellschaft und „Debates on Europe“

Mit: Naika Foroutan, Lena Gorelik, Basil Kerski, Thomas Oberender, Paul Scheffer, Jana Simon, Hans Vorländer und vielen weiteren Gästen

Gibt es im Jahr 2020 eine deutsche und europäische „Einheit in Vielfalt“? Anlässlich des 30. Jahrestages der Wiedervereinigung von Ost und West untersucht der Dresdner Kongress „Geteilte Heimaten“, welche Verwerfungen und Polarisierungsprozesse Deutschland und Europa gegenwärtig kennzeichnen. Er interessiert sich für das, was uns teilt, aber auch für das, was wir miteinander teilen. Entlang der Konfliktlinien um die Themen Migration, Ost und West sowie Stadt und Land nehmen die Kongressbeiträge insbesondere die Rolle von Kunst und Kultur  in ihrer doppelten Funktion in den Blick: als Ausdrucksform von Differenzen und als Medium für eine gesellschaftliche Verständigung angesichts pluraler biografischer und historischer Erfahrungen.

Die deutschen Entwicklungen setzt der Kongress in den größeren Kontext eines (wieder-)vereinten und zugleich gespaltenen Europas: Denn Fragen des Wieder- bzw. Neu-Zusammenkommens und des gesellschaftlichen Zusammenhalts über kulturelle und gesellschaftliche Differenz hinweg stellen sich auch auf europäischer Ebene.

Das 3-tägige Kongressprogramm bringt Akteur*innen aus Kultur, Kunst, Bildung, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Neben interdisziplinären wissenschaftlichen Vorträgen und Podiumsgesprächen suchen auch künstlerische und kulturelle Beiträge sowie Workshops und partizipative Gesprächsformate Antworten nach den Möglichkeiten eines Zusammenlebens in Vielfalt im vereinten Deutschland und Europa.

Der Kongress findet als Präsenzveranstaltung statt. Ein Teil der Podiumsgespräche wird im Livestream übertragen.

 

Programmflyer als Download

 

DAS PROGRAMM AM 3. NOVEMBER


9:30 Uhr
Eröffnung des Kongresstages
 

10 Uhr

WAHLPANELS:
 
1. Geteilt, geeint, gespalten - Politische Kulturen in Ost und West
Referent*innen: Andreas Bialas, Kulturpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion NRW und Vizepräsident der Kulturpolitischen Gesellschaft; Sanem Kleff, Pädagogin und Vorstandsvorsitzende der Aktion Courage, Berlin; Prof. Dr. Raj Kollmorgen, Soziologe, Hochschule Zittau/Görlitz; Ayman Qasarwa, Geschäftsführer des Dachverbands der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst)
Moderation: Dr. Susanne Kailitz, Journalistin

Mit Blick auf politische, ökonomische und gesellschaftliche Entwicklungen sind 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch immer deutliche Unterschiede zwischen Ost und West feststellbar. Wie sind diese zu erklären? Welche Probleme sind in den vergangenen Jahren sichtbar geworden? Wo stehen wir heute und wie wird sich das Ost-West Verhältnis entwickeln?
 
2. Diskursfeld Migration – Erfahrungen aus Dresden im Kontext
Referent*innen: Dr. Maik Herold, Politikwissenschaftler, Technische Universität Dresden; Dr. Noa K. Ha, Stadtsoziologin, DeZIM-Institut Berlin; Emiliano Chaimite, Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen; Luise Börner, Musikpädagogin, Musaik - Grenzenlos Musizieren e.V.
Moderation: Kristina Daniels, Geschäftsführerin Kolibri e.V. Dresden

Wie kein anderes Thema hat Migration in den vergangenen Jahren die öffentlichen Debatten in Deutschland und Europa bestimmt. Das Panel thematisiert Prozesse der Aushandlung von Zugehörigkeit und Identität in der heutigen Migrationsgesellschaft am Beispiel der Dresdner Erfahrungen. Wie werden neue Formen gemeinsamer Selbstbeschreibung gefunden? Welche Rolle spielen Kunst und Kultur dabei?
 
3. Zwischen Peripherie und Heimat - Zusammenhalt im ländlichen Raum
Referent*innen: Prof. Dr. Robert Knippschild, Leibnitz-Institut für ökologische Raumentwicklung; Miriam Tscholl, Regisseurin; sowie Vertreter*innen von Kulturprojekten im ländlichen Raum
Moderation: Andreas Tietze, Bildungsreferent Aktion Zivilcourage e.V.
Abwanderungsbewegungen vom Land in die Stadt führen nicht nur zu einer Veränderung regionaler Bevölkerungsstrukturen, sondern auch zu Verschiebungen der politischen Landschaft. Welche Strategien können einer wachsenden Spaltung zwischen Stadt und Land entgegenwirken? Welche Rolle spielen Kunst und Kultur für einen lebenswerten ländlichen Raum?
 

11:30 Uhr  
Mittagspause
 

12:30 Uhr
Dialogformate und Workshops: Geteilte Gesprächsräume
Der Kongress sucht Antworten auf die Frage, wie die gesellschaftliche Polarisierung überwunden und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden kann. Dies soll in Workshops und Gesprächsformaten praktisch erlebbar werden, in denen die zuvor besprochenen gesellschaftlichen Konfliktlinien aufgegriffen und bearbeitet werden.
 

PARALLEL STATTFINDENDE WORKSHOPS UND GESPRÄCHSFORMATE:


Workshop: DemoSlam - Format für Verständigung
Referent*innen: Evgeniya Sayko, Gründerin und Trainerin demoSlam; Felix Kröcher, Co-Trainer
 
Workshop: Krisen-Dialog-Zukunft: Kommunale Dialoge in Zeiten von Krisen und Umbrüchen
Referent*innen: Dr. Willi Hetze, Soziologe und David Gäbel, Soziologe, Technische Universität Dresden;  Co-Referentinnen: Dr. Cathleen Bochmann, Politikwissenschaftlerin, Technische Universität Dresden; Petra Schweizer-Strobel, Referentin, Aktion Zivilcourage e. V.
 
Workshop: Stereotypeabbau durch Ambiguitätstoleranz - Wenn interkulturelle Wertesysteme aufeinandertreffen
Referentin: Dana Ritzmann, Trainerin und Coach für interkulturelle Kompetenzen, Kolibri e. V.
 
Erzählsalon: Wie ich mit Kultur Menschen aus Ost und West zusammenbrachte
Referentin: Katrin Rohnstock, Inhaberin Rohnstock Biografien und Entwicklerin des Erzählsalons
 
Interkultureller Erzählsalon: Gestern, heute und wie weiter?
Referent*innen: Vertreter*innen des Dachverbandes der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland mit den Projekten Mi*story und EmpARDIO
 
Workshop: Wendekinder - Wendeeltern - Nachwendegenerationen: Chancen und Schwierigkeiten ostdeutscher Generationendialoge
Referentinnen: Juliane Dietrich, Sozialpädagogin, Biografiearbeit Dritte Generation Ostdeutschland und Kommunale Integrationskoordinatorin Königstein/Sachsen; Henriette Stapf, Kulturarbeiterin, Biografiearbeit Dritte Generation Ostdeutschland und Projektleiterin Biografie - Dialog – Generationen
 
Workshop: Wider alle Grenzen - Erzähl-Theater auf Basis realer Biographien
Referent*innen: Christian Schröter, Leiter der Bürger*innenBühne des Thespis Zentrums Bautzen mit Teilnehmern der Bürger*innenBühne
 
Workshop: "Come as you are" - ein Projekt der Banda Internationale. Musikpädagogische Arbeit im transkulturellen Raum
Referent: Arystan Petzold, Musikpädagoge und Musiker

Workshop: Eierkuchen = Pfannkuchen, aufschließen = absperren, Rempftel = Scherzel? Ein democraticArts' Praxisworkshop zu Identitäten in der Kunst
Referent*innen: Friederike Förster, künstlerische Leitung democraticArts, und democraticArts-Künstler*innen
 
Stadtführung: Dresdner Migrationsgeschichten. Rassismus die rote Karte zeigen
Referent: Saied Karabij, Student und Stadtführer bei querstadtein e. V., Dresden
 
Werkstattgespräch: Vielfalt ausstellen. Zur Neukonzeption des Raumes „Sexualitäten“ der Dauerausstellung im Deutschen Hygiene-Museum 
Referentinnen: Anina Falasca und Anamarija Tokic, Deutsches Hygiene-Museum Dresden
 
14:30 Uhr
Kaffeepause mit Projektvorstellungen und Büchertischen
 

14:30 Uhr
Künstlerischer Beitrag: "Be with...Vertragsarbeit"
Die Installation „Be with...“ bietet die Gelegenheit, mit sechs Dresdner*innen in ein Gespräch über ihre Verbindungen zu Vertragsarbeit in der DDR und ihre eigenen Wende- und Nachwendeerfahrungen zu kommen. In Form eines Speed Datings laden die Gastgeber*innen zu einem jeweils 15minütigen, sehr persönlichen Austausch; die gesamte Gesprächsrunde dauert 90 Minuten.
Mit Ibraimo Alberto, Emiliano Chaimite und weiteren Gastgeber*innen; Konzeption: Fang Yun Lo, Choreografin, Dresden/Taiwan, Fachberatung: Karimé Diallo, Dresden Postkolonial


16 Uhr
Podiumsgespräch: Geteilte Geschichte(n), geteilte Erinnerungen in Ost und West
Referent*innen: Jagoda Marinic, Schriftstellerin und Theaterautorin; Dr. Meron Mendel, Erziehungswissenschaftler, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank Frankfurt (Main); Andrea Mork, Kuratorin, Haus der Europäischen Geschichte Brüssel; Thomas Oberender, Dramaturg, Intendant der Berliner Festspiele
Moderation: Prof. Dr. Claudia Weber, Historikerin, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)
Das Podiumsgespräch eröffnet einen Verständigungsprozess über „geteilte“ Geschichte(n) im vereinten Deutschland und Europa. Dabei kommen diejenigen zu Wort, die als Historiker*innen, Schriftsteller*innen, als Kulturschaffende in Theatern und Museen die Produktion historischer Erinnerung und Erzählungen (mit-)gestalten. Braucht das gesellschaftliche Zusammenwachsen eine gemeinsame historische Erinnerung? Wie kann diese vielstimmig erzählt werden?

 

18 Uhr
Abendprogramm mit Live-Musik, Führungen durch die aktuellen Ausstellungen „Future Food. Essen für die Welt von morgen“ und „Im Gefängnis. Vom Entzug der Freiheit“ des Deutschen Hygiene-Museums und internationalem Imbiss

 

DAS PROGRAMM AM 1. KONGRESSTAG (2. NOVEMBER)

DAS PROGRAMM AM 3. KONGRESSTAG (4. NOVEMBER)