Portraits der drei Autoren und der Moderators

Aufprall Westberlin in den Achtzigern

29. Okt, Do., 19:00 bis 21:00 Uhr

Aufprall
Westberlin in den Achtzigern

29. Okt, Do., 19:00 bis 21:00 Uhr

Online-Tickets max. bis zum Vortag buchbar; ggf. Restkarten an der Abendkasse

Der Soziologe Heinz Bude, die Künstlerin Bettina Munk und die Schriftstellerin Katrin Wieland lesen aus ihrem soeben im Carl Hanser Verlag erschienenen Roman und sprechen mit dem Journalisten und Autor Peter Richter über die 1980er Jahre in Westberlin und Dresden. Im 30. Jahr der Wiedervereinigung und im Vorfeld der Konferenz „Geteilte Heimaten“ (2. – 4. November 2020) im Deutschen Hygiene-Museum geht es an diesem Abend um einen Abgleich der Erfahrungen einer Generation vor dem Fall der Mauer.

»No Future«: Unter dieser Parole besetzt eine Gruppe junger Leute Anfang der achtziger Jahre ein Haus in Kreuzberg – es sind die Jahre von Punk und Tschernobyl, von Derrida und Helmut Kohl. Aufbruchsstimmung wechselt mit inneren Streitigkeiten unter ständiger Bedrohung durch die Staatsgewalt – bis bei einem Unfall eine Besetzerin ums Leben kommt. Was Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland in ihrem kollektiv geschriebenen Roman erzählen, haben sie so oder so ähnlich auch selbst erlebt. Ohne Sentimentalität rekapitulieren sie eine Welt aus rauer Kunst und wilden Theorien, aus AIDS, Drogen, bloßem Sex und tiefer Zuneigung in einer Zeit, die keine Kompromisse kannte. Als hinter dem besetzten Haus die Mauer fällt, sind die Achtziger mit einem Schlag vorbei. In diesem großen, impulsiven Buch leben sie noch einmal auf. Haben sie uns noch etwas zu sagen und wenn ja – was?

Heinz Bude, geboren 1954, studierte Soziologie, Philosophie und Psychologie. Seit 2000 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel. Er lebt in Berlin. 2020 wurde er zum Gründungsdirektor des documenta-Instituts in Kassel berufen. Aufprall ist der erste Roman des bekannten Soziologen.

Bettina Munk, geboren 1960, studierte Kunst in Berlin und London. Nach einem längeren Aufenthalt in New York seit 2001 wieder in Berlin, Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen. Ausstellungen in Europa und den USA u.a. Das bewegte Bild – Das Bild bewegt (Wien, 2018), Fiction or Not (Berlin 2016), Aufprall ist auch ihr erster Roman.

Karin Wieland, geboren 1958, studierte Politische Wissenschaften an der Freien Universität Berlin. Sie lebt als Schriftstellerin in Berlin. Ihr Buch Dietrich & Riefenstahl. Hollywood, Berlin, and a Century in Two Lives (2011) war Finalist für den National Book Critics Circle Award 2015. Im Carl Hanser Verlag erschienen zuletzt: Das Geschlecht der Seele. Hugo von Hofmannsthal, Bert Brecht und die  Erscheinung der modernen Frau (2017) und Aufprall (2020).

Peter Richter, geboren 1973 in Dresden, studierte Kunstgeschichte in Hamburg und Madrid. Er ist Kulturkorrespondent der Süddeutschen Zeitung in Berlin. Von 2012 bis 2017 arbeitete er im New Yorker Büro der Zeitung. Als Buchautor wurde er mit Titeln wie Blühende Landschaften und Deutsches Haus bekannt. Sein Roman 89/90, in dem er das Dresden der Wendezeit beschreibt, wurde für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert.