Porträt von Sasha Marianna Salzmann

Sasha M. Salzmann: Über den Zerfall der Sowjetunion und das Leben danach Im Rahmen der Reihe „Umbruch | Nachwendezeit in Stadt und Land“

30. Nov, Mi., 19:00 Uhr

Sasha M. Salzmann: Über den Zerfall der Sowjetunion und das Leben danach
Im Rahmen der Reihe „Umbruch | Nachwendezeit in Stadt und Land“

30. Nov, Mi., 19:00 Uhr
Reihe: Umbruch

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Sasha Marianna Salzmann wird an diesem Abend mit der Literaturkritikerin Miryam Schellbach über den Roman Im Menschen muss alles herrlich sein (2021) sprechen, der 2021 im Suhrkamp Verlag erschienen ist.

In Sasha Marianna Salzmanns Roman geht es um die langen Breschnew-Jahre, die Perestroika-Zeit unter Gorbatschow und den anschließenden Zerfall der Sowjetunion. Er erzählt von zwei Frauen, die als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland übersiedeln – und von ihren Töchtern. Wie der Zusammenbrauch des Ostblocks ihr Leben zwischen Jena und Berlin geprägt hat und noch bis in die jüngere Vergangenheit prägt, ist das Thema dieses Romans, der 2022 mit dem Hermann-Hesse-Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

Als „Fleischwolfzeit“ bezeichnet eine der Protagonistinnen des Romans die Jahre um 1990. „Diese Umwälzungen“, heißt es im Buch, „werden immer mehr Menschen produzieren, die zu allem bereit sind. Sie glauben nur an sich, denn woran sollen sie sonst glauben? Man nimmt, was man kriegen kann. Alles andere wäre dumm, nicht?“ 

Sasha Marianna Salzmann wurde 1985 in Wolgograd, Sowjetunion, geboren. Die nichtbinäre deutsche Schriftsteller*in ist Hausautorin am Maxim-Gorki-Theater Berlin und leitete dort von 2013 bis 2015 die Studiobühne. Ihr erster Roman Außer sich (Suhrkamp, Berlin 2017) wurde mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung ausgezeichnet. 

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Erich Kästner Haus für Literatur und ist dort Teil der Reihe „Freiheit – große, kleine oder keine“.

 

Über die Reihe „Umbruch | Nachwendezeit in Stadt und Land“
In dieser vierteiligen Reihe kommen wir über ein Filmportrait und Bücher ins Gespräch, in denen die Lebensrealitäten von Menschen nach dem Ende des Ostblocks geschildert werden. Wir lernen Protagonist:innen zwischen Desillusionierung und Neuanfang kennen, zwischen Herkunftsscham und dem Selbstvertrauen, etwas aus den neuen Möglichkeiten machen zu können. Außerdem legen wir gesellschaftliche Bruchstellen zwischen Stadt und Land offen: Wie sah die Nachwendezeit etwa in Hoyerswerda aus, wo mit dem Rückgang des Braunkohleabbaus und auch die Bevölkerung schwand.

Dieser Blick über das Dresdner Elbtal hinaus hat übrigens Methode: Im Rahmen unseres Outreach-Projekts „Unterwegs“ gehen wir mit unseren Museumsthemen in andere Orte Sachsens. So sind wir im Rahmen der Ausstellung „Fake. Die ganze Wahrheit“ regelmäßig mit Aktionen und Veranstaltungen in Hoyerswerda zu Gast.