Future Food Essen für die Welt von morgen

31. Mai 2020 - 22. Aug 2021

Einführung

  • Kuratorin und Projektleiterin: Viktoria Krason
  • Gestaltung: Groenlandbasel Architektur und Ausstellungen
  • Förderer: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung des Bundes und die Sächsische Landesstelle für Museumswesen
    Die Vermittlungsangebote werden gefördert durch die Commerzbank-Stiftung.
  • Die Verlängerung der Ausstellung wurde ermöglicht durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Stellen Sie sich einen Restaurantbesuch im Jahr 2050 vor. Was wird auf Ihrem Teller liegen – das gute alte Schnitzel, ein Gemüse-Burger oder Fleisch, das im Labor gezüchtet wurde? Oder wird Ihr Teller leer bleiben, weil eine auf zehn Milliarden Menschen angewachsene Weltbevölkerung schlicht nicht mehr satt zu bekommen ist?

Die Ausstellung Future Food. Essen für die Welt von morgen konfrontiert Sie mit einer der größten Herausforderungen unserer Zeit. In drei Kapiteln folgen Sie dem Weg unserer Lebensmittel vom Stall oder Feld bis auf den Tisch. Es geht um Themen wie globale Verteilungsgerechtigkeit, um vegetarische Ernährung oder die Macht der großen Lebensmittelkonzerne. Und natürlich geht es um das Essen als Erlebnis voller Genuss, das Identität und Gemeinschaft stiftet.

Die Ausstellung zeigt, dass die Zukunft der Welternährung von politischen Weichenstellungen, aber auch von persönlichen Entscheidungen abhängen wird. Neben musealen Exponaten präsentiert Future Food interaktive Medien, Videoinstallationen, wissenschaftliche Prototypen sowie künstlerische Positionen. Nützliches Faktenwissen vermittelt die Ausstellung in anschaulichen Wandgrafiken.

Historische Dokumente und Objekte erzählen von Ideen, die ihrer Zeit weit voraus waren, und von solchen, die an den Gesetzen des Markts und den Gewohnheiten der Konsument*innen scheiterten. Bei Ihrem Rundgang durch ein Gewächshaus, ein Logistikzentrum, einen Supermarkt und an einer Festtafel können Sie sich die Frage stellen:
Werden WIR es künftig besser machen?

Beteiligte Künstler*innen und Designer*innen

Kosuke Araki, Christian Cordes, Markéta Dolejšová, Wojtek Doroszuk, Ute Freitag, Kasia Fudakowski, Zuzana Gombošová, Andreas Greiner, Jinhyun Jeon, NEFF & Reiko Kaneko, Marissa Keating, Ana Lira, Julian Lechner, Laura López, Izumi Miyazaki, Haley Morris-Cafiero, Neozoon, Ingrid Pollard, Stephanie De Rouge, Giulia Soldati, Carolin Schulze, Silvio Tinello, Taryn Simon, Michael Zee

Mit (fast) allen Sinnen genießen...

Die Ausstellung lädt zum Sehen, Fühlen, Hören und Mitmachen ein. Sie bietet wichtige Informationen in Englisch, Einfacher Sprache, Deutscher Gebärdensprache sowie Tastobjekte mit Audiodeskription.

Die Ausstellungskapitel

I. Produzieren – Zwischen Feld und Labor

  • VON DER NATUR LERNEN
  • VORHANDENES OPTIMIEREN
  • LAND IN DER STADT
  • ANDERES ESSEN

Was werden wir in Zukunft essen? Und wie werden wir es produzieren? Das sind drängende Fragen, denn die Ressourcen schwinden, die Artenvielfalt ist gefährdet und durch den Klimawandel drohen ernstzunehmende Konsequenzen. Wissenschaft und Praxis reagieren auf solche Herausforderungen. Viele der Ansichten und Vorschläge für eine Zukunft der Lebensmittelproduktion sind jedoch grundverschieden. Spitzentechnologie und spezialisiertes Wissen scheinen dabei einem ganzheitlichen Denken und Forderungen nach mehr Naturnähe gegenüberzustehen. Welche Chancen und Risiken hängen mit den Zukunftsvisionen von heute zusammen? Und welche Rolle spielen dabei Mensch und Natur?

 

 

II. Handeln – Im Netzwerk des Weltmarkts

  • GLOBALER HANDEL MIT NAHRUNG am Beispiel von Zucker, Hähnchenfleisch und Soja
  • ALTERNATIVES UNTERNEHMERTUM
  • ALTERNATIVE WIRTSCHAFTSMODELLE

Der Weg von Lebensmitteln in den Supermarkt ist lang und etappenreich. Nur wenige Großkonzerne dominieren dabei Produktion, Verarbeitung und Einzelhandel. Weltweit können kleine Betriebe mit den Preisen der Global Player kaum konkurrieren. Zudem verstärken Börsenspekulationen mit Rohstoen die Schwankungen der Marktpreise. Im globalen Süden trägt der einseitig beherrschte Weltmarkt zur Zerstörung von Ökosystemen und Lebensgrundlagen bei. Die Beschäftigung mit diesen Zuständen und den vielfältigen Ursachen des Klimawandels führt dazu, dass zahlreiche Menschen unser gesamtes Wirtschaftssystem infrage stellen. Wie ist ein Handel mit Nahrung möglich, der weltweit auf Nachhaltigkeit und Fairness baut?

Ausstellungsabteilung "Handeln" gefördert durch

III. Wählen – Der Supermarkt der Zukunft

ERNÄHRUNGSKRITERIEN:

  • Geschmack
  • Preis
  • Nachhaltigkeit
  • Gesundheit

Essen ist heute ein hart umkämpftes Feld. Zahllose Entscheidungen sind zu treffen, die gegen die Meinungen und Handlungen anderer verteidigt werden müssen. Wonach wähle ich meine Lebensmittel aus? Was bedeutet das für mich und für andere? Warum liegen Wunsch und Wirklichkeit oft so weit auseinander, wenn es darum geht, was wir in den Einkaufswagen legen? Dort, wo die meisten Menschen genug zu essen haben, werden aus Ernährungsentscheidungen Ernährungsstile. Ihre Spanne reicht von Lifestyle und digitalen Esskulturen bis hin zu Bewegungen, die sich mit der Wahl ihrer Lebensmittel für Tierwohl und Klimaschutz einsetzen. Lässt sich mit dem Essen von heute die Welt von morgen gestalten?

 

 

Epilog: Das "Festmahl"

Jede Festtafel stiftet eine Beziehung zwischen Menschen. „Sich an einen Tisch zu setzen“ bedeutet auch, unterschiedliche Meinungen gegeneinander abzuwägen. Und das ist bei wenigen Themen so notwendig wie bei dem individuell und gesellschaftlich wichtigen Essen. Sollten Technik und Nachhaltigkeit in der Lebensmittelproduktion künftig Hand in Hand gehen? Wird tier- und umweltfreundlich erzeugte Nahrung einmal für alle erschwinglich sein? Das Gastmahl, zu dem wir Sie alle einladen, kann nicht verspeist werden. Doch veranschaulicht es die Zusammenhänge und die Widersprüchlichkeiten aktuell diskutierter Visionen eines Essens für die Welt von morgen. Welche Zukunft ist für Sie tatsächlich genießbar?

Digitale Angebote

Cover der Playlist zur Ausstellung // Grafik: Andi Zimmer, fizzyMINT

Wie sieht die Ausstellung in 360° aus? Was sind für eine Dresdner Schülerin die brennenden Fragen zum Essen für die Welt von morgen? Wie klingt die Playlist zum Essen der Zukunft? Und wie kann man wirklich aus allem noch etwas Leckeres zaubern? Dies und mehr erfahren Sie beim Stöbern in unserer digitalen "Selbstbedienungstheke"! 

DETAILS

Ausstellungsteam

Kuratorin und Projektleitung: Dr. Viktoria Krason

Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Anna-Lisa Dieter

Wissenschaftlich-kuratorische Assistenz: Bettina Beer, Linnéa Richter

Volontärin: Maria Matthes

Ausstellungsgestaltung: Groenlandbasel Architektur und Ausstellungen, Basel; Bernhard Schweizer; Matthias Schnegg, Salome Rätz; Anna Zaugg

Ausstellungsgrafik, Plakat & Flyer: Little Adén ­ Design & Strategy, Berlin

Medienplanung und -umsetzung aufwändiger Installationen: +lab, Halle 

Bauleitung: Jürgen Zehnpfennig, Berlin


Wir danken unserem wissenschaftlichen Beratergremium, unseren Berater*innen im Bereich Inklusion, der Fokusgruppe Ausstellungskonzept, der Projektgruppe „Rezepte für die Welt von morgen“, den wissenschaftlichen Hilfskräften, Medien- und Objektproduzent*innen, Übersetzer*innen, Mitarbeiter*innen aus den DHMD-Werkstätten und allen weiteren beteiligten Kolleg*innen des Deutschen Hygiene-Museums.

Pressestimmen

Die Zukunft des Essens ist längst da. Dem Thema widmet sich derzeit das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden in der überaus sehenswerten Austellung »Future Food. Essen für die Welt von morgen«. Es gehe dabei nicht um die großen Probleme, vor denen wir stehen, sondern die Herausforderungen künftiger Ernährung und wie weltweit daran gearbeitet wird, diese zu bewältigen, sagt die Kuratorin Viktoria Krason. »Wir machen hier kein Science-Fiction, sondern zeigen, worüber wirklich diskutiert und was schon ausprobiert wird.« Stefan Locke, FAZ Woche
»Future Food« macht klar, das richtige Konzepte zur falschen Zeit gar nichts bringen. (...)»Future Food« drängt zur Selbstbefragung »Wie und was will ich essen?« Stefan Kelch, ZDF heute Journal
Der Schmaus ist vorbei, der Bauch voll, die Teller abgegessen. So beginnt die Ausstellung >Future Food< im Deutschen Hygiene-Museum. Und stellt damit die erste Frage: Was eigentlich bedeutet Essen heute? Nahrungsaufnahme ist längst nicht mehr nur lebensnotwendig. Essen ist individuell, Essen ist ein Statement. Henrike Sandner, MDR artour
Mehr als eine Schlechtwettervariante ist die neue Ausstellung im Deutschen Hygienemuseum in Dresden. Unter dem Titel >Future Food< zeigt das Museum bis zum 21. Februar 2021 historische Ansätze und aktuelle Ideen zu Nahrungsmittelherstellung und Handel mit Lebensmitteln und weist zugleich auf Probleme hin. MDR Sachsen Radio
>Future Food<, eine Ausstellung im Deutschen Hygienemuseum stillt – ohne Frage – den Wissenshunger, serviert Ausstellungsobjekte aus der historischen und futuristischen Landwirtschaft und Essensforschung, dazu appetitliche Gemälde, eine doppelte Portion digitale Essenskunst und als Zwischengang interaktive Stationen, um als Besucher selbst aktiv zu werden. Heike Schwarzer, Deutschlandfunk
In mehreren Kapiteln zeigt die Ausstellung im Deutsche Hygiene-Museum in Dresden den Weg unserer Nahrung vom Anbau bis auf den Tisch. Mit Blick auf den Klimwandel, den Artenschutz oder die Ressourcen-Knappheit ginge es auch darum, zu schauen, welche Visionen für die Zukunft der Ernäherung enstehen, so Viktoria Krason. Kathrin Hondl, SWR2
Ob man sich seinen Teller füllt mit billigen, in Tütenmarinade ertrinkenden Schweinefleischbrocken oder einer veganen Avocado-Mousse, jeder sieht sich heute mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert. Woher kommt mein Essen? Was steckt darin, wie hochwertig ist es? Wie viele Menschen wurden dafür ausgebeutet, wie viele Tiere misshandelt, Umweltressourcen gefährdet? Warum kaufe ich Nahrung in der Plastikpackung, obwohl ich weiß, was die Plastikflut für die Weltmeere bedeutet? [...] Es ist ein weiter Bogen, den die Ausstellung zieht. Neben viel Information gibt es zahlreiche Kunstwerke, die auf die Widersprüche unserer Zeit und von uns selbst deuten, die Stoff bieten zum Nachdenken und Diskutieren. Christina Wittig-Tausch, Sächsische Zeitung
In der aktuellen Ausstellung >Future Food< zeigt das Dresdner Museum historische Ansätze und Wendepunkte sowie aktuelle Ideen zu Nahrungsmittelherstellung und Handel mit Lebensmitteln. monopol Magazin
>Future Food< soll Lust machen, sich mit dem komplexen Thema auseinanderzusetzen. Sie klärt auf und vermittelt Wissen über Verteilungsgerechtigkeit, die Macht der Lebensmittelkonzerne oder auch den Zusammenhang von Essen und Leben. Die Spanne der Objekte reicht vom Gerät für Permakultur-Anbau über ein Faksimile des Patents auf Sojawurst von 1919 bis zum Prototyp des transparentesten Hühnchens der Welt. Simona Block, dpa
Die Ausstellung konfrontiert mit globaler Verteilungsgerechtigkeit, vegetarischer Ernährung und der Macht von Lebensmittelkonzernen. Sie setzt aber auch auf Essen als Genuss, als Grundlage für Identität und Gemeinschaft. Katharina Rögner, epd
Der Appell, bewusster zu kontollieren, was wir täglich aus Hunger oder nur des Appetits wegen in uns hineinstopfen, ist einer der verborgenen pädagogischen Zeigefinger der neuen Sonderausstellung im Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Michael Bartsch, Dresdner Neueste Nachrichten
Im Hygiene-Museum ist man ja gern der Zeit voraus. Nicht nur, was die Themen, das Ausstellungsdesign, die Interaktion mit dem Publikum angeht. [...] Und schon da hat einen das Hygiene-Museum da gepackt, wo es bewährt besonders gut zugreift: Es hält uns den Spiegel vor, lässt uns den Diskurs nicht nur unbeteiligt von außen betrachten, sondern zwingt uns mitten hinein, gern in Kapitel unterteilt. Katja Solbrig, SAX
Ernteroboter, schwimmende Farmen und Sojawürste: Bei der Ausstellung >Future Food< im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden geht es um Zukunftsfragen. Henning Dicks, Farm. Food. Future.
Die Ausstellung sollte inklusiv werden und das ist sie auch geworden. Für Besucher*innen mit Beeinträchtigung gibt es bereits vor dem Ausstellungseingang eine umfassende Erläuterungstafel u. a. mit taktilem Übersichtsplan und Erklärungen der Symbole. So können die Gäste entscheiden, ob sie zu ausgewählten Ausstellungsstücken über Kopfhörer [...] die Informationen in Einfacher Sprache anhören oder in Deutscher Gebärdensprache als Video nutzen möchten. Zudem können blinde Besucher*innen die Texte mit Bildbeschreibung abrufen. Es gibt Ausstellungsstücke zum Tasten und Riechen. Alle Ausstellungstexte stehen zweisprachig in Deutsch und in Englisch bereit. Alle Tische sind mit dem Rollstuhl unterfahrbar. Christine Jeglinsky, Inklusionsnetzwerk Sachsen
Ein Fazit drängt sich dabei auf: Ernährung ist ein Thema, das es längst verdient hat, dass sich damit nicht nur Ausstellungen beschäftigen. Sie wäre ein eigenes Museum wert. Die Dresdner Ausstellung wäre eine hervorragende Grundlage dafür. Jörn Kabusch, taz

Rundgang

Förderer

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Förderer der Vermittlungsangebote