Freiheit

Eine unvollendete Geschichte

20. Jun 2025 - 31. Mai 2026

Über die Ausstellung

Regierungskritische Proteste in Thailand 2020, Fotografie, © picture alliance / REUTERS / Jorge Silva

Freiheit heute - eine umkämpfte Idee

Während die Menschen in autoritären Staaten heute um ihre Freiheitsrechte kämpfen, wird in Demokratien darüber gestritten, was Freiheit überhaupt bedeutet: Waren die Einschränkungen der individuellen Freiheitsrechte während der Corona-Pandemie gerechtfertigt? Darf den Bürger:innen im Namen des Klimaschutzes vorgeschrieben werden, welche Heizungen oder Autos sie nutzen dürfen? Geht Eigennutz vor Gemeinwohl – oder verhält es sich gerade umgekehrt?

Der Begriff der »Freiheit« wird in diesen Debatten für ganz entgegengesetzte politische Ziele in Anspruch genommen. So werden die Forderungen historischer Freiheitsbewegungen inzwischen auch von rechtspopulistischen Gruppen benutzt, die sich gleichzeitig radikal gegen eine liberale Gesellschaft wenden. Zum besseren Verständnis dieser Konfliktlage können Sie zunächst einen Blick in die Vergangenheit werfen: Ausgehend von den Revolutionen seit dem 18. Jahrhundert folgen Sie der unvollendeten Geschichte der Freiheit bis zu den Bürgerrechtler:innen in Polen, Tschechien und Ostdeutschland vor und nach 1989. Worin glichen und worin unterschieden sich diese Freiheitsbewegungen? Was haben uns ihre Ideale heute noch zu sagen?

Eine Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museums in Kooperation mit dem Europäischen Solidarność-Zentrum in Danzig, der Nationalgalerie in Prag und dem Nationalmuseum in Breslau

Service

Tickets


  • Eintritt: 12 € / ermäßigt: 6 € / bis 16 Jahre: frei
  • Führung buchen: service@dhmd.de, 0351 4846-400 (Di - Fr, 9-12 Uhr & 13-14 Uhr)

Audioguide


In Deutsch, Englisch, Polnisch & Tschechisch

Infos zu wichtigen Exponaten: Die Objekte werden von Menschen kommentiert, die mit ihrem Wissen oder ihren persönlichen Erfahrungen neue Sichtweisen eröffnen.

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Publikation


Freiheit/Svoboda/Wolność. Eine unvollendete Geschichte

Hrsg. für das Deutsche Hygiene-Museum von Philipp Bürger und Viktoria Krason

Wallstein-Verlag, 2025, 20 €

HIER erhältlich

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Galerie

Themen

Historisches Gemälde des Dreigespanns „Republik“, „Wahrheit“ und „Wohlstand“ in den französischen Nationalfarben neben dem antiken Philosophen Diogenes.
La Vérité amène la République et l’Abondance [Die Wahrheit führt zu Republik und Wohlstand] Nicolas de Courteille (1768 – nach 1830) 1793 Öl auf Leinwand Musée de la Révolution française - Domaine de Vizille - Département de l’Isère

Zeichen der Freiheit

Die Freiheitsstatue in New York ist eines der bekanntesten Sinnbilder der Freiheit – aber bei weitem nicht das einzige! Die Kunstgeschichte ist voll von Motiven, in denen die Freiheit als Bezwingerin der Tyrannei oder als Hoffnungsträgerin dargestellt wird. Am Beispiel dieser Bildwelten können Sie in dieser Ausstellung nachvollziehen, wie das Ideal der Freiheit seit dem 18. Jahrhundert mit den Mitteln der Kunst in Szene gesetzt wird und bis heute nachwirkt.

Schwarzweißaufnahme von zwei Männern und einer Frau am Küchentisch, links im Bild eine Hand, die mit abwehrender Geste eine Zigarette hält.
Der Publizist Petr Uhl, die Bürgerrechtlerin Anna Šabatová und der spätere Staatspräsident der ČSSR Václav Havel Bohdan Holomíček (* 1943), 1984, Fotografie, © Bohdan Holomíček

Handwerk der Befreiung

Wie konnten die Freiheitsbewegungen in Polen, Tschechien und der DDR die sozialistischen Herrschaftssysteme in ihren Ländern überwinden? In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Strategien die Bürgerrechtler:innen um Václav Havel in der damaligen ČSSR, die polnische Gewerkschaft Solidarność mit ihrer Leitfigur Lech Wałęsa oder die Opposition in der DDR verfolgt haben. Sie begleiten die damaligen Akteure auf ihrem langen Weg in die Freiheit: Von den internationalen Abkommen zur Meinungsfreiheit über die gesellschaftlichen Proteste, künstlerischen Aktionen und Verhandlungen an den Runden Tischen bis hin zu den ersten freien Wahlen.

Eine weiße, quadratische Fahne mit einem roten Kreuz und Begriffen auf Polnisch (darunter Wolnosc), Kyrillisch und Arabisch.
In the Name of God Slavs and Tatars, 2013, Leinen, Baumwolle, Acrylfarbe, Privatsammlung, Berlin, Courtesy the Artists; Kraupa-Tuskany Zeidler

Freiheit und Solidarität

Ein Grundsatz der osteuropäischen Freiheitsbewegungen lautete: Keine Freiheit ohne Solidarität! Heute stellt sich uns die Frage: Wie können der Anspruch auf individuelle Selbstverwirklichung, die Freiheit der anderen und gesamtgesellschaftliche Ziele in Einklang gebracht werden? Kann der Blick zurück in die Jahre vor und nach 1989 Impulse geben für ein solidarischeres Zusammenleben in Gegenwart und Zukunft? Im letzten Kapitel geben Ihnen aktuelle Video-Interviews, zeitgenössische Kunstwerke und mediale Installationen weitere Anregungen, sich intensiv mit diesen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Ausstellungsbereich Gemeinschaft mit eine großflächigen Fotografie des August-Streiks 1980 auf der Danizger Werft und mehren Dokumenten und Kunstwerken zur Solidarność

Künstler:innen

Die Ausstellung präsentiert nicht nur historische Kunstwerke sondern auch zeitgenössische Arbeiten von Künstler:innen aus Polen, Tschechien und Deutschland, die z. T. aus den Beständen der kooperierenden Museen in Breslau und Prag stammen. Vertreten sind u. a. Pawel Althamer, Frédéric A. Bartholdi, Josef Čapek, Grupa Luxus, John Heartfield, Sven Johne, Krištof Kintera, Cristina Lucas, Wolfgang Mattheuer, Karel Miler, Ewa Partum, Tomasz Sarnecki, Anton Shebetko, Igor Simić, Slavs and Tatars, Gabriele Stötzer, Tracey Snelling oder Artur Żmijewski

Interaktive Stationen

An mehreren Stationen sind Sie mit Ihrer Einstellung zur Freiheit selbst gefragt! Gleich zu Beginn können Sie Ihre eigenen Ideen aufschreiben, in eine Kugel stecken und auf eine Freiheits-Murmelbahn schicken, an deren Ende ihre Botschaften von den anderen Besucher:innen gelesen werden können. An einem digitalen Freiheitsbarometer können Sie messen, wie frei Sie sich im Vergleich mit anderen Besucher:innen fühlen. Und an einem Freiheits-Karaoke können Sie historische Reden selbst vortragen – von Charlie Chaplin bis Luisa Neubauer.

In einem medialen Bildarchiv der Protestkultur können Sie Inhalte, Symbole und Codes politischer Protestbewegungen der Jahre 2014–2025 nachvollziehen: Von den Demonstrationen zum Abtreibungsrecht in Polen über die Freiheitskundgebungen in Thailand, Sudan oder Iran bis hin zu den Dresdner Pegidaaufmärschen oder dem Sturm auf das Kapitol in Washington.

Zum "Freiheitsbarometer" geht es auch direkt hier: 

Führungen

Öffentliche Führungen

  • alle 2 Wochen samstags, 15 Uhr
  • für alle ab 12 Jahren, ohne Anmeldung
  • mit Museumsticket kostenfrei
     

Sind Sie so frei?

Buchbare Ausstellungsführung

  • für Erwachsenengruppen – auch auf Tschechisch und Polnisch
  • Dauer: ca. 1h
  • Anmeldung: service(at)dhmd.de, Tel. 0351 4846-400

Welche Freiheit ist mir groß genug?

Buchbare Ausstellungsführung

  • Führung mit ausgewählten Freiheits-Songs und dem Musikexperten Andreas Grosse von der Agentur "Musik zwischen den Welten"
  • Dauer: ca. 90 Min.
  • Anmeldung: service(at)dhmd.de, Tel. 0351 4846-400

Die nächsten Führungen

Kalender
21.03.2026 15:00 - 16:30 Uhr
Führung Eine farbenfrohe Grafik mit den Worten "Freiheit - Eine unvollendete Geschichte"

Musikführung: Welche Freiheit ist mir groß genug?

Öffentliche Führung mit ausgewählten Songs zum Thema Freiheit

04.04.2026 15:00 - 16:00 Uhr
Führung 2 Frauen vor einer Wand mit den Worten "Svoboda - Freiheit"

Sind Sie so frei?

Öffentliche Führung in der Sonderausstellung "Freiheit. Eine unvollendete Geschichte"

11.04.2026 15:00 - 16:00 Uhr
Führung 2 Frauen vor einer Wand mit den Worten "Svoboda - Freiheit"

Sind Sie so frei?

Öffentliche Führung in der Sonderausstellung "Freiheit. Eine unvollendete Geschichte"

12.04.2026 15:00 - 16:00 Uhr
Führung Eine farbenfrohe Grafik mit den Worten "Freiheit - Eine unvollendete Geschichte"

Musikführung: Welche Freiheit ist mir groß genug?

Öffentliche Führung mit ausgewählten Songs zum Thema Freiheit

18.04.2026 15:00 - 16:00 Uhr
Führung 2 Frauen vor einer Wand mit den Worten "Svoboda - Freiheit"

Sind Sie so frei?

Öffentliche Führung in der Sonderausstellung "Freiheit. Eine unvollendete Geschichte"

25.04.2026 15:00 - 16:00 Uhr
Führung Eine farbenfrohe Grafik mit den Worten "Freiheit - Eine unvollendete Geschichte"

Musikführung: Welche Freiheit ist mir groß genug?

Öffentliche Führung mit ausgewählten Songs zum Thema Freiheit

09.05.2026 15:00 - 16:00 Uhr
Führung 2 Frauen vor einer Wand mit den Worten "Svoboda - Freiheit"

Sind Sie so frei?

Öffentliche Führung in der Sonderausstellung "Freiheit. Eine unvollendete Geschichte"

17.05.2026 15:00 - 16:00 Uhr
Führung Eine Frau schaut sich ein Ausstellungsstück an

Mit anderen Augen

Öffentliche Führung in der Sonderausstellung "Freiheit. Eine unvollendete Geschichte" mit Vertreter:innen migrantischer Communitys

23.05.2026 15:00 - 16:00 Uhr
Führung 2 Frauen vor einer Wand mit den Worten "Svoboda - Freiheit"

Sind Sie so frei?

Öffentliche Führung in der Sonderausstellung "Freiheit. Eine unvollendete Geschichte"

Für Schulen

Die Bildungsangebote orientieren sich an den Lehrplänen ab Klasse 8 der Fächer Geschichte, GRW und Ethik. Sie stärken das Bewusstsein für die Bedeutung der Freiheitsrechte in einer demokratischen Gesellschaft und laden dazu ein, die Rolle des einzelnen in der Gesellschaft zu reflektieren. An ausgewählten Stationen kann das Argumentieren geübt werden. Das Projekt „Meinungsfreiheit“ unterstützt die Entwicklung einer kritischen Mediennutzung.

Führungen & Workshops ansehen

Projektbeteiligte

Schirmfrauschaft/Schirmherrschaft

  • Claudia Roth, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (bis 6.5.2025)
  • Dr. Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (ab 7.5.2025)

Kuratorisches Team

  • Dr. Viktoria Krason
  • Philipp Bürger
  • Kathrin Haase
  • Laura Schmidt
  • Bettina Beer

Ausstellungsgestaltung

  • Kooperative für Darstellungspolitik, Berlin
  • Distaff Studio, Berlin

Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Solidaritätszentrum in Danzig, der Nationalgalerie Prag und dem Nationalmuseum in Breslau erstellt. Wir danken allen unseren Kooperationspartnern für ihr außerordentliches Engagement und ihre Kompetenz. Die Ausstellung wäre ohne die großzügige Leihgabe zahlreicher herausragender Kunstwerke aus den Sammlungen des Nationalmuseums in Breslau und der Nationalgalerie in Prag sowie zahlreicher historischer Objekte aus dem ECS nicht möglich gewesen.

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