Eine junge Frau und ein junger Mann stehen unter den Lichtkegeln, die den dunklen Raum durchfluten, und schauen in Tänzerpose nach oben, in die Richtung des Lichts.

Vorschau

Eine großer korpulenter Mann von hinten in seiner Gefängniszelle. Er streckt beide Arme aus und berührt die Zellenwände.

Prison de Nantes // © Grégoire Korganow, 2012

26. September 2020 bis 31. Mai 2021

Im Gefängnis. Vom Entzug der Freiheit

Eine Ausstellung des Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseums in Genf, des Musée des Confluences in Lyon und des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden

Genf: Februar 2019 bis August 2019
Lyon: Oktober 2019 bis August 2020
Dresden: 26. September 2020 bis 31. Mai 2021

Kuratorinnen: Isabel Dzierson, Marianne Rigaud-Roy, Sandra Sunier
Gestaltung: Holzer Kobler Architekturen

Am 5. Februar 2019 wurde im Internationalen Rotkreuz- und Rot­halb­mondmuseum in Genf die Sonderausstellung Prison - Im Gefängnis eröffnet. Dabei  handelt es sich um ein trinationales Kooperationsprojekt, an dem neben dem Musée des Confluences in Lyon auch das Deutsche Hygiene-Museum beteiligt ist. Die Kuratorinnen der drei Museen haben die Konzeption gemeinsam erarbeitet, die Gestaltung stammt vom renommierten Büro Holzer Kobler Architekturen, Zürich/Berlin. Im Anschluss an die Station in der Schweiz wird die Ausstellung von Oktober 2019 bis August 2020 in Lyon präsentiert und anschließend von September 2020 bis Mai 2021 im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden zu sehen sein.

Das Gefängnis ist ein Ort, den ein Großteil der Bevölkerung nur von außen kennt, der aber gleichzeitig eine Mischung aus Unbehagen und Faszination hervorruft. Hier werden Menschen eingesperrt, die eine Straftat begangen haben und darum für die Gesellschaft eine Gefahr darstellen. Das Ziel des Entzugs der Freiheit ist es, einerseits die Bevölkerung zu schützen und andererseits die Täter zu bestrafen und zu resozialisieren.

Die Ausstellung thematisiert zunächst die historischen Ursprünge des Gefängnisses, knüpft dann aber vor allem an aktuelle Konfliktlagen an. Das europäische Gefängnis­system sieht sich heute mit einer Fülle sozialer Ungleichheiten und einer oft scheiternden Resozialisierung konfrontiert. Für diese Probleme hat es in seiner jetzigen Form kaum tragfähige Lösungen anzubieten. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was die Haft bezweckt und welches Verständnis von Gesellschaft und Bestrafung mit ihr ver­bunden ist. Geht es um Gerechtigkeit und Rache oder eher um Vorsorge oder sogar Fürsorge? Braucht eine moderne Gesellschaft überhaupt noch eine Institution wie das Gefängnis oder gibt es andere, wirkungsvollere Formen, mit Straftaten umzugehen?

Weitere Informationen: www.redcrossmuseum.ch/de/expo-temporaire/in-prison/

Gefördert von:

Herbst 2021 bis Sommer 2022

Künstliche Intelligenz (Arbeitstitel)

Automatisierte Entscheidungen und Machine Learning auf der Basis von Künstlicher Intelligenz sind längst zu einem festen Bestandteil unseres Alltags geworden. Gesichtserkennung oder das autonome Fahren im Straßenverkehr sind Beispiele aus dem Alltag, über die derzeit intensiv diskutiert wird. Welche Risiken sind mit dem Einsatz von Algorithmen verbunden und welche Potenziale stecken in ihnen? Wie wirken sich diese Technologien auf das Recht auf Selbstbestimmung, auf soziale Gerechtigkeit oder gar auf die geopolitischen Verhältnisse aus? In welchem Verhältnis stehen der immense Energie- und Rohstoffbedarf digitaler Technologien zu ihren realen Effekten?  Mit einem starken Alltagsbezug wird die Ausstellung auf rund 800 m² Fläche aktuelles Wissen zur Anwendung und potentiellen weiteren Entwicklung der Künstlichen Intelligenz vermitteln. Dabei wird es aber auch darum gehen, individuelle und politische Gestaltungsspielräume aufzuzeigen. Die Ausstellung ist darüber hinaus gedacht als ein Experimentier- und Reflexionsraum für die Institution Museum: Wie kann es dem Medium Ausstellung gelingen, den technologisch bedingten gesellschaftlichen Wandel für ein breites Publikum zu reflektieren?