Eine junge Frau und ein junger Mann stehen unter den Lichtkegeln, die den dunklen Raum durchfluten, und schauen in Tänzerpose nach oben, in die Richtung des Lichts.

Vorschau

Erwin, Unkraut (aus der Serie The Good Earth)

Courtesy Andreas Weinand // © Andreas Weinand, 2001

19. April 2019 bis 19. April 2020

VON PFLANZEN UND MENSCHEN

Eine Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museums


Kuratorin: Kathrin Meyer

Pflanzen sind unerlässlich für das Überleben der Menschheit - und doch werden sie oft übersehen und vernachlässigt. Die tatsächliche Abhängigkeit von ihnen ist uns vor allem in einem städtisch geprägten Alltag kaum noch bewusst, denn der Anbau und die Verarbeitung von Pflanzen für Nahrungs- und Arzneimittel oder Werkstoffe sind so gut wie unsichtbar geworden.

Mit Exponaten aus bildender Kunst, Literatur und Kulturgeschichte sowie aus Biologie, Agrar- und Forstwissenschaften rückt die Ausstellung unsere pflanzlichen Mitgeschöpfe in den Fokus und untersucht unterschiedliche Auffassungen der uns umgebenden Flora: Pflanzen erscheinen so als umsorgtes Wunder der Natur, als komplexe Lebewesen, als Wirtschaftsfaktor, Nahrungsmittel oder Kulturprodukt.

Im Umgang mit Pflanzen, so die These der Ausstellung, zeigt sich ein zwiespältiges Verhältnis zur Natur: Einerseits wünschen wir sie uns intakt, wild und unberührt, andererseits nutzen wir sie schonungslos aus, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. Brauchen wir angesichts des tiefgreifenden menschlichen Einflusses auf Ökosysteme einen neuen Naturbegriff? Wäre unser Blick auf die Umwelt ein anderer, wenn die Geschichte der menschlichen Kultur als eine der Komplizenschaft, des Umhegens und der gleichzeitigen Ausbeutung von Pflanzen erzählt würde?

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Wojtek Doroszuk, Film-Still aus: "Raspberry Days", 2008

© courtesy of the artist and Galerie Joseph Tang in Paris

März 2020 bis März 2021

Future Food. Essen für die Welt von morgen

Eine Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museums


Kuratorin: Viktoria Krason

Essen ist sinnliches Erlebnis und Lebensnotwendigkeit zugleich. Doch steckt in dieser alltäglichen Handlung, die zum unverzichtbaren Bestandteil eines kosmopolitischen Lifestyles avanciert ist, eine oft unterschätzte gesellschaftliche Sprengkraft. Essen ist nicht nur eine private Handlung, sondern auch ein politischer Akt – diese These liegt der interdisziplinären Ausstellung des DHMD zugrunde. Sie greift eine der dringlichsten Fragen des 21. Jahrhunderts auf: Wie werden wir, wie können wir uns in Zukunft ernähren? Um Visionen für die Zukunft der globalen Gesellschaft für ein breites Publikum erfahrbar zu machen, erkundet die Ausstellung in begehbaren Bild- und Wissensräumen sinnliche und ästhetische, kultur- und naturwissenschaftliche, ethische und politische Positionen im Umgang mit dem Essen. Ernährungssicherheit weltweit ist die politische Herausforderung der nächsten Jahrzehnte. Während in den Industrieländern jährlich beinahe 220 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt werden, hungern in anderen Teilen der Welt über 800 Millionen Menschen. Die Weltbevölkerung wird bis ins Jahr 2050 auf zehn Milliarden anwachsen. Zugleich schwinden Ressourcen, und die Konsequenzen des Klima-wandels zeigen sich immer deutlicher. Die weltweit agierende Lebensmittelindustrie, die sich noch immer stärker an schnellem Wachstum als an Nachhaltigkeit orientiert, verschärft diese Entwicklung.

Die Ausstellung stellt die Frage, wie angesichts dieser globalen Herausforderungen die Zukunft unserer Ernährung gestaltet werden kann. Wie hängen globale Ökologie und individueller Konsum zusammen? Welche Möglichkeiten bieten wissenschaftliche Innovationen und Kurswechsel der Politik? Wie werden sich Veränderungen von Produktion, Handel und Konsum der Lebensmittel auf unsere Esskulturen, auf unser Verständnis von Natur, Gemeinschaft und Genuss auswirken? Um das Bewusstsein für die globale Verantwortung und die Problematik des gegenwärtigen Ernährungssystems zu schärfen, entwirft die Ausstellung ein partizipatives Laboratorium aus Kunst und Wissenschaft. Es stellt entscheidende Ansätze zu einem Wandel des Ernährungssystems vor,  präsentiert Prognosen der Trend- und Zukunftsforschung neben ausgewählten historischen Rückblicken und ermöglicht die Entdeckung zukünftiger Essenswelten.

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

Prison de Nantes // © Grégoire Korganow, 2012

September 2020 bis Mai 2021

Im Gefängnis. Vom Entzug der Freiheit

Eine Ausstellung des Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseums in Genf, des Musée des Confluences in Lyon und des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden

Genf: Februar 2019 bis August 2019
Lyon: Oktober 2019 bis August 2020
Dresden: September 2020 bis Mai 2021

Kuratorinnen: Isabel Dzierson, Marianne Rigaud-Roy, Sandra Sunier
Gestaltung: Holzer Kobler Architekturen

Knast, Kittchen, Bunker… es gibt eine Vielzahl von Worten, die das Gefängnis beschreiben. Es ist ein Ort, den ein Großteil der Bevölkerung nur von außen kennt und der eine Mischung aus Unbehagen und Faszination hervorruft. Hier werden diejenigen eingesperrt, deren Handeln gesetzeswidrig und für die Gesellschaft gefährlich ist. Ziel der Haft ist es, die Bevölkerung vor den Straffälligen zu schützen, diese Personen zu bestrafen und zu resozialisieren.
Dem gesellschaftlichen Komplex „Gefängnis“ widmet sich das Deutsche Hygiene-Museum in einem Gemeinschaftsprojekt mit seinen beiden Partner-Museen in Genf und Lyon. Ausstellungsstücke aus Haftanstalten, zeitgenössische Kunst, ethnographische Exponate und dokumentarisches Material öffnen vielschichtige Perspektiven auf die Lebenswelt hinter Mauern. Zu Wort kommen die Gefangenen selbst, aber auch Mitarbeiter*innen des Strafvollzugs und andere Expert*innen.

Die Ausstellung thematisiert historische Ursprünge des Gefängnissystems und knüpft an aktuelle Konfliktlagen an. Denn das europäische Gefängnis sieht sich mit Problemen einer oft scheiternden Resozialisierung der Gefangenen und einer Fülle sozialer Ungleichheiten konfrontiert, für die es nach wie vor kaum Lösungen zu bieten hat. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was genau Haft bezweckt und welches Verständnis von Gesellschaft und Bestrafung mit ihr verbunden ist: Rache, Gerechtigkeit, Vorsorge oder sogar Fürsorge? Braucht eine moderne Gesellschaft überhaupt noch eine Institution wie das Gefängnis oder gibt es andere, wirkungsvollere Formen, mit Straftaten umzugehen?

Plakatmotiv der 4. Sächsischen Landesausstellung 2020

25. April bis 1. November 2020

Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen

 4. Sächsische Landesausstellung Industriekultur 2020

Das Deutsche Hygiene-Museum wird als Projektträger die 4. Sächsische Landesausstellung ausrichten, die sich im Jahr 2020 der sächsischen Industriegeschichte und -kultur widmen wird. Die branchenneutrale Zentralausstellung der Landesausstellung wird im Audi-Bau in Zwickau, einer denkmalgeschützten Montagehalle aus den 1930er Jahren, zu sehen sein. Konzipiert wird diese Zentralausstellung von Thomas Spring, der als Kurator u.a. auch für die Dauerausstellung des Sächsischen Landesmuseums für Archäologie in Chemnitz (smac) verantwortlich war. Parallel zur Zentralschau in Zwickau werden sechs weitere Schauplatzausstellungen in Südwestsachsen stattfinden, in denen Branchen präsentiert werden, die charakteristisch für die sächsische Industriegeschichte sind: 

August Horch Museum Zwickau (AutoBoom.)

Industriemuseum Chemnitz (MaschinenBoom.)

Schauplatz Eisenbahn im Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf (EisenbahnBoom.)

Tuchfabrik Pfau in Crimmitschau (TextilBoom.)

Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (KohleBoom.)

Forschungs- & Lehrbergwerk | Silberbergwerk Freiberg (SilberBoom.)


Informationen/Kontakt

Telefon Büro Projektteam: 0351 / 4846 285
E-Mail: info@sla2020.de
Website: www.boom-sachsen.de
Facebook: www.facebook.com/boom.sachsen

Details