Nach der Französischen Revolution begann auch die Revolution des Strafens: Aus Zuchthäusern, die als Besserungsanstalten für marginalisierte Menschen dienen sollten, entwickelten sich moderne Gefängnisse. In Westeuropa wurden viele Haftanstalten nach dem Vorbild eines von Jeremy Bentham im 19. Jahrhundert erdachten Panoptikums errichtet: Ein zentraler Turm innerhalb eines runden Gebäudekomplexes sollte die ständige Überwachung aller Inhaftierten ermöglichen. In der Gefängnisarchitektur lässt sich diese Idee teilweise bis heute nachverfolgen.
Über die Ausstellung
Eine Ausstellung des Deutschen Hygiene-Museums Dresden, des Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseums, Genf, und des Musée des Confluences, Lyon
Das Gefängnis ist ein Ort, den viele von uns vor allem aus Filmen oder Serien kennen: Auf engstem Raum leben straffällig gewordene Männer oder Frauen zusammen, getrennt nur durch kahle Zellwände. Ihr Leben wird einerseits streng kontrolliert, gleichzeitig aber sind sie nicht selten Gewalt oder sexuellen Übergriffen durch ihre Mitgefangenen ausgesetzt.
Sieht die Welt hinter gepanzerten Türen wirklich so aus? Und wie stehen Sie selbst zum Gefängnis: Sorgt es für Gerechtigkeit, bietet es Schutz vor weiteren Verbrechen und können Haftanstalten tatsächlich ihr Ziel der Resozialisierung erfüllen? Oder braucht es dazu eine ganz andere Form des Strafvollzugs? Weil es das eine Gefängnis nicht gibt, hat das Deutsche Hygiene-Museum gemeinsam mit seinen Projektpartner*innen vom musée des Confluences in Lyon und vom Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf nach grenzüberschreitenden Themen und Gemeinsamkeiten gesucht.
Mit Hilfe von Alltagsobjekten, historischen Zeugnissen, audiovisuellen Medien und Kunst „aus dem Gefängnis“ zeigen wir Ihnen, wie das Leben der Gefangenen in verschiedenen europäischen Ländern und in den USA heute aussieht.
Jede Gesellschaft muss Recht sprechen, um die soziale Ordnung aufrecht zu erhalten. Wie und mit welchen Mitteln sie das tut, hat sich jedoch über die Jahrhunderte geändert. Dabei sagt die Art der Bestrafung immer auch etwas über den Strafenden selbst aus – denn wir sind es, die strafen.