Im Vordergrund steht die Figur einer nackten Frau mit zusammenstehenden Füßen, zum Boden geneigtem Kopf und über den Kopf erhobenen Armen. Dahinter befinden sich schwarze Podeste mit einer oberen Platte aus Holz, auf denen Exponate platziert sind. Darüber ist eine mit Stäben befestigte Holzdecke, an der Lichter angebracht sind. An dieser hängt ein LED-Kabel, durch das eine chemische Formel geschwungen wird.

Von Pflanzen und Menschen

Ein Streifzug über den grünen Planeten

19. Apr 2019 - 19. Apr 2020 (Wegen der Coronavirus-Pandemie war die Ausstellung nur bis zum 13. März 2020 zu sehen)

Über die Ausstellung

Haben Sie sich Ihren Kirschbaum oder die Orchidee auf Ihrem Fensterbrett schon einmal als menschliche Wesen vorgestellt? Gar nicht so abwegig, denn es gibt einiges, was Pflanzen mit uns gemein haben: Sie wachsen und sterben, recken sich nach der Sonne oder haben Durst. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse lassen vermuten, dass sie miteinander kommunizieren und über eine Art Gedächtnis verfügen. Für den Planeten sind Pflanzen in jedem Fall sehr viel nützlicher als wir Menschen. Sie produzieren die Atemluft für Mensch und Tier, schaffen Lebensräume und bieten Nahrung. Mit anderen Worten: Wir sind von der uns umgebenden Flora komplett abhängig – während die Pflanzen sehr viel besser ohne uns leben könnten.


In der Ausstellung Von Pflanzen und Menschen erfahren Sie, warum die Welt der Pflanzen überlebensnotwendig für uns ist und uns gleichzeitig mit ihrer Vielfalt und Schönheit verzaubert. Die Ausstellungsarchitektur wächst durch die drei Säle wie eine Blume - mit Wurzelwerk, Blättern und Blüten. In diesem Szenario führen kulturhistorische Zeugnisse und Kunstwerke, wissenschaftliche Präparate, Fotografien und Videoinstallationen eindrucksvoll vor Augen, mit wie viel Zuneigung und Neugier der Mensch seiner pflanzlichen Umwelt begegnet – aber auch mit wie viel rücksichtsloser und zerstörerischer Gewalt. Denn das ist die politische Seite der Ausstellung: Globale Gefahren wie der menschengemachte Klimawandel, der Rückgang der Artenvielfalt oder die bedrohliche Welternährungslage zwingen uns, über einen bewussteren und schonenderen Umgang mit den Pflanzen und der Natur insgesamt nachzudenken.


Die Besucherinnen und Besucher erwartet auf diesem musealen Streifzug über den grünen Planeten aber auch viel Überraschendes, Kurioses und Spielerisches. Mit einem gängigen Vorurteil wird am Ende des Rundgangs jedenfalls gründlich aufgeräumt sein – Pflanzen sind alles, nur nicht langweilig!

Zu den Wurzeln

Botanische Zeichnungen und Kunstwerke sind im ersten Kapitel ebenso zu sehen wie Methoden und Instrumente, mit denen Erkenntnisse über das Leben der Pflanzen gewonnen werden. Wie kann man herausfinden, wie Pflanzen wachsen, ihre Umwelt wahrnehmen oder sich ernähren? Neuere Forschungen lassen vermuten, dass es so etwas wie eine pflanzliche Intelligenz gibt und dass beispielsweise Mimosen über eine Art Erinnerungsvermögen verfügen. Ist der Mensch wirklich die „Krone der Schöpfung“?

Saat und Ernte

Landwirtschaft und Pflanzenzüchtung sind die Basis der menschlichen Entwicklung. Seit Jahrtausenden liefern uns Pflanzen Energie und Nahrung, sie werden zu Medizin verarbeitet oder dienen als Rohstoffe für Papier, Textilien oder Baumaterialien. Heute werden Pflanzen so intensiv genutzt wie nie zuvor. Wenn wertvolle Waldgebiete abgeholzt und durch industrielle Monokulturen ersetzt werden, gefährden wir nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch das globale Klima. Wie können wir solchen Entwicklungen als Gesellschaft und als Einzelne entgegensteuern? 

Ins Grüne! Leben im planetarischen Garten

Die faszinierende Vielgestaltigkeit der Wild- und Kulturpflanzen ist eine großartige ästhetische Bereicherung unseres Lebens. Wie aber sieht ein Garten aus, der für Menschen, Pflanzen und Tiere lebenswert ist? Wo könnte man Unkraut wachsen lassen, statt es zu jäten? Welche Gewächse sind so gefährlich, dass sie sich nicht verbreiten sollten? Oder ist letztlich keine Pflanze unnütz? Ein tieferes Verständnis der Pflanzenwelt ermöglicht uns vielleicht auch einen nachhaltigeren Umgang mit der Welt, in der wir leben wollen.

Galerie

Zum Mitmachen..

Links ist das Seitenprofil eines Menschen. Er hält die Arme in einem 90-Grad-Winkel vor der Brust angewinkelt. Rechts ist die Projektion einer animierten Pflanze. An dieser sind Zeichnungen von Händen angebracht.
An einer interaktiven Installation der Ausstellung konnte man eine Titanwurz, die Pflanze mit dem größten Blütenstand der Welt, digital wachsen lassen. (©Alessandro Holler / Knowledge Visualization, Zürcher Hochschule der Künste )

 

Ganz ohne Gartengerät oder Bestimmungsbuch bieten sich Ihnen in der Ausstellung immer wieder Gelegenheiten, die Pflanzenwelt selbst zu ergründen und Ihr botanisches Wissen zu erweitern. Hören Sie Bäumen zu oder steuern Sie allein mit Ihren Bewegungen an einer Medieninstallation das Wachstum des Titanwurzes, dem Gewächs mit der weltweit größten Blüte. Ob Sie mit den Schmetterlingen in Ihrem Garten schon „per Du“ sind, können Sie bei einem Bilderrätsel herausfinden. Und an unserem Glücksrad erfahren Sie in der Sprache der Blumen, ob Sie auf andere Menschen verführerisch wirken wie eine Rose oder eitel wie eine Narzisse.

Videorundgang

Von Pflanzen und Menschen (1/3) Zu den Wurzeln: Wie wir Pflanzen wahrnehmen und was wir über sie wissen
Von Pflanzen und Menschen (2/3) Saat und Ernste: Wie wir Pflanzen nutzen
Von Pflanzen und Menschen (3/3) Ins Grüne! Leben im planetarischen Garten

Weitere Videos

Treelab - Oder: Wie klingt ein Baum im Innern? (© Marcus Maeder mit Roman Zweifel, 2015/17)
Ausstellungsaufbau // Video: Dimitrios Ambatielos, Deutsches Hygiene-Museum // Musik: The Happy Troll by D1 of Aquavibe
Let's Play: Save the Queen. Die Hummel-Edition

Pressestimmen

Komplex und vielfältig wie die Pflanzenwelt, so präsentiert sich auch die Ausstellung. Eine Ausstellung, die einen fasziniert, aber auch demütig entlässt.

Franziska Wunderlich ZDF heute Journal

Es lohnt sich, diese Ausstellung anzusehen. Sie macht klar, wie es in der Beischrift eines Exponats heißt, dass die Pflanzen die wahren Heldinnen der Geschichte sind.

Burkhard Müller Süddeutsche Zeitung

Die Architektur der luftigen Schau verwandelt den Besucher sozusagen in ein Insekt. Das bewegt sich dabei im übertragenen Sinn aufwärts: Vom Boden (...) über den Stengel (...) zur Blüte. Wobei das Hauptmotiv der Ausstellung das des Gärtnerns ist – des bewussten Entscheidens, unter wie viel und welcher Kontrolle das steht, was da wachsen soll.

Torsten Klaus Dresdner Neueste Nachrichten

Einen interdisziplinären Streifzug hat das Museum angekündigt, und das ist diese Ausstellung im besten Sinne, nicht zuletzt durch die zahlreichen Kunstwerke, die die Schau flankieren. Kurioses wie eine kleine Sammlung von Platten, deren Abspielen das Pflanzenwachstum anregen soll, oder Ausschnitte aus Horrorfilmen, in denen Pflanzen das Gruseln lehren, lassen die Besucher auch mal lachen. Auch die unglaubliche Schönheit, mit der Pflanzen die Menschen seit Jahrtausenden faszinieren, findet ihren Platz in der Ausstellung.

Katja Solbrig Freie Presse

Schönheit und Schauer liegen bei diesem Parcours eng beieinander: Videotrailer gegen Palmöl, Blossfeldts zauberhafte Pflanzenfotografien, Holzkisten für den frühen Pflanzenschmuggel, Pflanzengottheiten und Blumenspiele, die mehr sagen, als viele Worte.

Heike Schwarzer MDR Kultur

Exponat für Exponat sensibilisiert die Schau für existenzielle Fragen: Wie können wir der Artenvielfalt zuarbeiten, den Pflanzen dienen? Wie von ihren Kulturen lernen, um uns zu retten? Braucht das viel Aufwand und Verzicht oder wenig? Und - wollen wir?

Uwe Salzbrenner Sächsische Zeitung

Das Ausstellungsteam

Kuratorin und Projektleitung: Kathrin Meyer

Wissenschaftlich-kuratorische Mitarbeit: Saro Gorgis, Judith Henning

Wissenschaftlich-kuratorische Hilfskraft: Benedikt Nose

Wissenschaftliche Beratung: Kathrin Grotz (Botanischer Garten und Botanisches Museum, Berlin); Christoph Neinhuis, Thea Lautenschläger, Bernd Schulz und Frank Müller (TU Dresden, Institut für Botanik); Knut Sturm, Torsten Welle und Matthias Fischer (Naturwaldakademie); Andreas Weber

Ausstellungsgestaltung und Ausstellungsgrafik: Funkelbach. Büro für Architektur und Grafikdesign
Produktionsleitung und Greenery: Rainer Kaufmann, objects & greens

Künstlerinnen und Künstler

John Baldessari, Alberto Baraya, André Bayard, Karl Blossfeldt, Susanne Bürner, Samuel Butler, Karen Cantú, Martin Claßen, Roald Dahl, Arno Drescher, Mat Hennek, Alessandro Holler, Volker Kreidler, Jochen Lempert, Liisa Lounila, Richard Lowenberg, Marcus Maeder, Antje Majewski, Siobhán McDonald, Margaret Mee, Uriel Orlow, Elske Rosenfeld, Michael Sailstorfer, Klaus D. Schmitt, Renée Sintenis, Åsa Sonjasdotter, Stuart A. Staples, George Steinmetz, Alexandra R. Toland, Michael Wang, Andreas Weinand, Susanne M. Winterling

Förderer