Neben internationalen AIDS-Plakaten aus der Sammlung des Deutschen Hygiene-Museums spielen kritische Positionen der zeitgenössischen Kunst in allen Abteilungen der Ausstellung eine zentrale Rolle. Folgende Künstlerinnen, Künstler und Kollektive sind vertreten: Vincent Chevalier, Maja Čule, DIS, Aleksandra Domanović, General Idea, Allen Grubesic, Jaromil, Ignas Krunglevičius, Christa Näher, Karol Radziszewski, Mariusz Tarkawian, Zephania Tshuma und Silvio Vujičić.
Als Anfang der 1980er Jahre die ersten Menschen an AIDS erkranken, sind die Reaktionen geprägt von Unsicherheit, Angst und Vorurteilen. Hinter den Kampagnen zur Aufklärung der Öffentlichkeit stehen zunächst nicht offizielle Stellen, sondern vor allem Selbsthilfegruppen und Schwulenverbände.
Durch den Tod des Schauspielers Rock Hudson, der 1985 an AIDS stirbt, erhält die Krankheit erstmals ein bekanntes Gesicht und die Berichterstattung in den Medien steigt rapide an. Zahlreiche Prominente engagieren sich im Kampf gegen AIDS und für die Unterstützung der Betroffenen.
Als Ursache von AIDS wird 1983 das Humane Immunschwächevirus (HIV) entdeckt. Auf zahlreichen Plakaten finden sich seither fantasievolle und metaphorische Darstellungen des Virus. Seine absolut tödliche Bedrohung verliert der Erreger erst 1996 durch die Einführung der Antiretroviral-Therapie, die ein Leben mit HIV möglich macht.
Die Holzskulpturen des Bildhauers Zephania Tshuma (1932–2000) aus der Sammlung des Deutschen Hygiene-Museums sind kleine Lehrstücke über Prävention, Sexualität, Verantwortung und den gesellschaftlichen Umgang mit AIDS. Auf humorvolle, aber auch verstörende Art verbindet der Künstler das Thema AIDS mit traditioneller Volkskunst aus Simbabwe. Und das nicht ohne Grund: Im Jahr 2013 lebten allein in den Ländern des subsaharischen Afrika 24,7 Millionen Menschen mit HIV – das entspricht etwa 70 Prozent aller weltweit Infizierten. Besonders betroffen sind in dieser Region junge Frauen, von denen sich täglich fast 1.000 mit dem Virus infizieren.
AIDS is not over! Trotz intensiver Aufklärungskampagnen steigen die Infektionsraten in Deutschland in letzter Zeit leicht an. Schwer zu sagen, woran das
liegt: Uninformiertheit, falsches Sicherheitsgefühl oder erhöhtes Risikoverhalten? Am Ende der Ausstellung können die Besucher in einem Kino-Raum einen Eindruck davon gewinnen, mit welchen Konzepten und welcher Bildästhetik aktuelle internationale Aufklärungs-Clips die unterschiedlichen Zielgruppen für die AIDS-Problematik sensibilisieren.